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selben,  Galeazzo  Maria  verdrängt  sein  Vaters-Bruder
tudwig  Moro.  Diesen  aber  vertreibt
1400.  Kön.  Ludwig  XII.  von  Frankreich,  der  als  Abkömmling
der  einzigen  Tochter  des  ersien  Herzogs  von  Mailand,  nach
dem  Aussterben  des  Mannsstamms  von  Johann  Galeaßzo  Visconti,
  das  Land  ansprach  —  und  eroberte.

37.  Allcin  indeß  man  zu  Mailand,  selbst  im  Zeitpunkt
der  schönsten  allgemeinen  Wohlhabenheit,  dem  kommenden
Zerfall  schon  entgegensah,  so  erhub  sich  Florenz  mit  einer
Manneskraft,  die  eine  weit  schonere  und  dauerhaftere  Cultur
  versprach  als  Mailand  je  gehabt  hatte.  Im  Hause  Medicis
  herrschte  ein  weit  edlerer  Demagogen-Geist  als  weiland
  im  Hause  Visconti.  Hier  war  seine  Kraft  mehr  in
den  Waffen,  dort  mehr  in  den  stillen  Künsten  des  Friedens
und  der  allgemeinen  Veredlung,  und  wie  sich  schon  seit  dem
eilften  Jahrhundert  alles  langsamer  in  Toscana  entwickelt
hatte,  als  in  der  Lombardei,  so  war  es  jetzt  der  letzten
schönsten  Entwicklung  von  Florenz  höchst  vortheilhaft,  daß
sie  in  ein  gebildeteres  Zeitalter  fiel.  Das  Zeitalter  wirkte
gewaltig  auf  Form  und  Art  dieser  Entwicklung,  sie  selbst
aber  gab  wieder  dem  Zeitalter  seinen  schönsten  Schmuck.
Es  ist  ein  kleines,  was  die  nach  Italien  geflüchte-14533

  ten  Griechen  zur  Wiederherstellung  der  alten  Sprachen
und  Künste  und  Wissenschaften  gethan  haben,  verglichen
mit  dem,  was  durch  die  großmüthige  Vorsorge  der  Medicier,
  und  durch  die  Municipalitaͤten  von  Florenz,  Pisa  und
Siena  geschah.

38.  Waͤhrend  aber  daß  alles  fast  bis  zur  Ueppigkeit
blühte,  trafen  mit  einemmal  zwei  harte  Schläge.  Der

1408  Hauptmarkt  ÖOstindischer  Producte  und  Fabricate
  versetzte  sich  schnell  und  unabwendbar  von
Venedig  nach  Lissabon;  Venedig  litt  unmittelbar,  und

mittel-