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großes  Project,  bei  dessen  Ausfuͤhrung  mehr  als  eine  Absicht
erreicht,  der  Byzantinische  Hof  gezuͤchtigt,  und  die  Roͤmi—
sche  Kirche  fuͤr  alles,  was  sie  durch  jenen  Despotismus  ge—
litten  oder  noch  leiden  zu  muͤssen  schien,  reichlich  entschaͤdigt
werden  sollte.  P.  Stephan  II.  rief  den  neuen  Franken—
Koͤnig  Pipin  nach  Italien,  und  die  vorlaͤufige  geheime  Ver—
abredung  war,  daß  wenn  Mipin  die  Ländereien  des  Erarchats
  den  Longobarden  wieder  entreisse,  sollte  er  sie  der  Roͤ—
mischen  Kirche  schenken.  Die  Fränkische  Erpedition  gelang,
und  Pipin  hielt  Wort.  Er  schenkte  der  Rdmischen  754
Kirche  das  Exarchat.

Bei  Anastasius  im  Leben  P.  Stephan  II.  werden  die  einjelnen
Orte  solgendermaßen  angegeben:  Ravenna,  Rimini,  Pesaro,
Fano,  Cesena,  Sinigaglia,  Jesi,  Forlimpopoli,  Forli  nebst
Sussubio,  Montefeltro,  Acerragio,  Monte  di  Lucaro,  Serra,
S.  Marian,  Bobbio,  Urbino,  Cagli,  Luceolo,  Gubbio,  Comacchio
  und  Narni.

3.  Zwar  ist  die  Schenkungs-Urkunde  selbst  bis  jetzt
noch  nie  erschienen,  und  der  Inhalt  derselben  wird  bloß  aus
cinem  viel  späteren  Römischen  Schriftsteller  ausgezogen,
man  kann  also  nicht  genau  wissen,  was  eigentlich  darin
enthalten  war.  Ob  sie  sich  bloß  auf  die  Cammer-Revenüen
bezog,  die  in  diesen  Gegenden  und  Städten  dem  Byzantinischen
  Kaiser  gehdrten?  oder  auf  das  ganze  Land  mit  allen
Hoheits-Rechten?  Doch  die  zuverlässigste  Geschichte  der
nachfolgenden  Zeiten  spricht  entscheidend  mehr  für  jenes  als
für  dieses,  und  vielleicht  war  hier  ein  Fall,  wie  sie  häufig
bei  großen  Veränderungen  vorkommen,  daß  anfangs  selbst
die  handelnden  Hauptparthien  keine  ganz  deutliche  Begriffe
hatten.  Man  überläßt  auch  manches  der  Zeit  und  dem  Zufall,
  weil  sich  viel  oft  von  selbst  bestimmt,  je  nachdem  sech
die  Hauptverhältnisse  drehen.  Noch  immer  war  also