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ganz  ehrenvolle,  Bewandtniß  damit  gehabt  haben  mige,
warum  sich  der  Pabst  dic  erste  Schenkung  von  1077.  durch  eine
Urkunde  von  1102.  erneuern  ließ,  ist  nach  allen  Umständen
höchst  wahrscheinlich,  in  der  That  aber  doch  hier  sehr  gleichgültig,
  weil  alles  bloß  auf  die  drei  Fragen  ankommt:  1)  ist  die
Urkunde  von  1102.  wirklich  ächt?  2)  Was  war's  eigentlich,
was  Mathildis  schenkte?  3)  Hatte  Mathildis  ein  Recht,  das
zu  schenken,  was  sie  als  Schenkung  bingab?

An  der  Aechtheit  der  Urkunde  von  1102.  ist  aber  kaum  zu
zweifeln.  Ein  Fragment  derselben,  wie  sie  sich  auf  dem  Monument
  im  Vatican  findet,  hat  Borgia  Memor.  istor.  della  Citta
  di  Benevento.  T.  1I.  p.  84.  in  Kupfer  stechen  lassen,  und
die  ganze  Urkunde  findet  sich  bei  Donizo.  Wenn  man  auf
solche  Gründe  hin,  als  bisher  dagegen  vorgebracht  worden,  die
Urbunde  bezweiseln  müßte,  so  wäre  nicht  leicht  eine  Urkunde
des  Mittelalters  mehr  sicher.  Es  sind  nehmlich  bisher  weder
diplomatische  noch  entscheidende  historische  Gründe  vorgebracht
worden.  Man  machte  bloß  Fragen,  auf  die  sich  aber  ohne  alle
Perlegenheit  antworten  läßt,  daß  man  sie  nicht  zu  beantworten
wisse,  weil  man  nicht  alles,  was  im  zwölften  Jahrhundert
  geschah,  wissen  kann.

Auf  den  zweiten  Punkt  aber,  was  war's  eigentlich,
was  Matdhildis  schenkte?  ist  die  erste  Antwort  sehr  leicht,
alle  ihre  Allodien,  die  sie  zur  Zeit  der  Schenkung  besaß,
und  etwa  noch  weiterhin  erwarb;  kein  gelehrter  Vertheidiger
der  Rechte  der  Römischen  Kirche  wird  auch  die  Reichslehen  darunter
  begriffen  wissen  wollen.  Allein  diese  erste  Antwort  führt
zu  einer  zweiten,  höchst  schwürigen  Erage:  was  war  das  Allodium
  von  Mathildis?  Man  kann  sich  leicht  vorstellen,
daß  es  schon  selbst  zu  der  Zeit,  wie  Mathildis  starb,  bei  diesem
  und  jenem  sehr  beträchtlichen  Grundsück  ihrer  Besitzungen
oft  zweifelhaft  gewesen  seyn  mag,  ob  es  Lehen  oder  Allodium
sey.  Man  beseitigt  also  vorerst  alle  solche  streitige  Parthien  der
Hauptfrage,  um  nur  von  einigen  gewissen  Datis  ausgehen  zu
können.  Doch  noch  ehe  man  auf  solche  Data  kommt,  findet
man  es  wieder  sehr  unerklärlich,  warum  die  großen  Besitzungen,
  die  Mathildis  vom  Vater  her  in  der  Lombardei  und  in
Ligurien  hatte,  und  die,  die  sie  von  ihrer  Mutter  her  in  Lothringen
  gehabt  haben  mag,  von  Innocenz  III.  nicht  angesprochen