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D.  Girol.  Baruffaldi  L.  IX.  dell  istoria  di  Ferrara.
In  Ferrara  1900.  4.

21.  Was  hätte  nicht  dieses  schöne,  so  vereinigte  Land
unter  einer  gut  organisirten  Regierung  werden  können!  Zwar
war's  zu  blein,  um  eine  politische  Hauptrolle  zu  spielen,  6
und  sowohl  Clemens  VIl.  als  Paul  III.  erfuhr,  daß  eine
Macht  dieser  Art  an  Fehden  und  Animositäten  der  Koͤnige
keinen  Theil  nehmen  müsse;  hingegen  sind  sonst  Regierungen
von  einer  so  mäßigen  mittleren  Größe  fast  ganz  dazu  gemacht,
  das  Wohl  ihrer  Unterthanen  recht  zu  vollenden.  Nur
leider  macht  hier  der  Kirchen=  Staat  eine  große  Ausnahme.
Kein  Staat  in  Europa  hat  so  den  vollen  Rost  des  Mittelalters
  auf  seiner  Regierungsform  erhalten;  man  darf  zur
Probe  nur  sein  Steuer-Spstem  prüfen!  Keine  Regierungsform
  hat  alle  Fehler  älterer  und  neuerer  Zeiten  so  unglücklich
  vereinigt;  keine  ist  so  hoffnungslos  verdorben  als  diese.
Mißbräuche,  die  man  sonst  in  allen  andern  Staaten  ruhig
längst  abgeschafft  hat,  müssen  hier,  sogenanntrer  relis
giöser  Ehre  halber,  fort  und  fort  bleiben.  Erziehung
und  Bildung  der  künftigen  Fürsten  behält  ewig  einen  unvertilgbaren
  Pfaffensirich,  und  die  Landes-Regierung  kann  nie
auch  nur  das  werden,  was  in  Deutschland  die  geistlichen
Regierungen  sind;  denn  es  fehlt  an  Land-Ständen  und  domcapitularischer
  Verfassung.  Wenn  nur  irgend  ein  Pabst  das
ganze  Staats-Vermögen  durch  Mittel  der  Art  gesichert
hätte,  wie  Sirt  V.  seinen  Schatz  zu  sichern  verstund!

22.  Paul  III.  schien  dem  Steuer-Soystem  eine  plan-!3334
mäßige  Regularität  geben  zu  wollen,  allein  sein  subsidio,  *
das  bloß  zur  dreijährigen  Hülfe  bestimmt  war,  wurde  bald
zur  ewigen  Steuer.  Und  wie  auch  diese  fortdaurende  Steuer
den  steigenden  Finanz-Bedürfnissen  des  Staats  oder  den