1623
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Wünschen  der  Nepoten  nicht  mehr  entsprach,  so  halfen  sich
die  Nachfolger,  wie  sich  Despoten,  die  bloß  ein  heutiges
  Interesse  haben,  gewöhnlich  zu  helfen  pflegen.  Man
suchte  nicht  die  Staats-Wirthschaft  zu  bessern,  die  alte
Steuer-Hebung  zu  vervollkommnen.  Man  häufte  neue
Steuern  auf  Steuern,  oder  man  machte  treffliche  Staats-Schulden,
  wie  besonders  Urbau  VIIl.  recht  epochemachend
anfieng.

Die  äußeren  Hülfsquellen  der  Regierung  sind  seit  Luthers
Insurrection  mit  jedem  Jahrzehend  immer  mehr  vertrocknet,
und  selbst  die  Länder  des  alten  geistlichen  Gehorsams  sind
immer  minder  ergiebig  geworden;  doch  machte  nicht  einmal
die  Noth  weise!  Die  Geschichte  der  päbstlichen  Territorial=Finanzen
  und  der  päbstlichen  Staats-Schulden  ist  ein  wahres
  Beispiel-Buch,  was  Unkunde  und  Schwäche  und  selbst
auch  die  Macht  alter  böser  Observanzen  vermögen.

Le  riflessioni  sopra  i  chirografi  di  N.  S.  Papa  Pio  VI.  de

25  Ottobre  c  Nov.  1780.  rĩsguardanti  la  publica  economia

di  Bologna  esaminate  1781.  4.  enthüllt  einen  Theil  der
Staats-Dekonomie  des  Bolognesischen.

1573.  23.  Zwar  unternahmen  Gregor  XlIII.  und  noch  mehr

13900

Sixt  V.,  in  einigen  wichtigen  Theilen  der  Staats-Administration,
  eben  so  erwünschte  als  wirksame  Reformen,  und
letzterer  bewies,  was  in  diesem  Staat  eine  zweckmäßige  Oekonomie
  auch  nur  in  fünf  Jahren  auszurichten  im  Stande
sey.  Allein  die  besten,  selbst  schon  mehr  als  halb  vollendeten
Anstalten  müssen  wieder  zu  Grunde  gehen,  wo  der  Regenr
und  der  Staat  ein  entgegengesetztes  Interesse  haben,  auch
fast  alle  anderthalb  Jahrzehende  ein  neues  Regenten-Interesse,
eine  neue  Familie,  neue  Nepoten  zu  befriedigen  sind.  Ueberdies
  wie  viel  that  nicht  Sirt  V.,  was  für  seine  Nachfolger