100

5.  Ungluͤckliche  Unternehmungen  der  Ottonen,  auch  diesen

  Theil  von  Italien  zu  unterjochen.  Lieber  verbanden

983  sich  die  Griechen  selbst  mit  den  Arabern,  als  daß
sie  der  Deutschen  Herrschaft  Raum  gaben.

6.  Ganz  unerwartet  kamen,  bei  diesem  Kampfe  von
Deutschen,  Griechen  und  Arabern,  endlich  noch  Normaͤnner
  dazwischen,  und  weil  in  solchen  Zeiten,  wie  die  damaligen
  waren,  der  Preis  immer  dem  tapfersten  blieb,  so  wurden
  Neapel  und  Sicilien  innerhalb  zweier  Menschen  Alter
eine  Beute  der  Normaͤnner.

106  Die  ersten  Abentheurer  dieses  Volks  waren  bloß  als
Migrime,  dem  Erzengel  Michael  zu  Ehren,  aus  der  Normandie
  nach  dem  beiligen  Berge  in  Apulien  gezogen,  und
die  Gelegenheit,  auch  mit  dem  Schwerdte  zu  dienen,  hatte
sich  zufällig  gefunden.  Sobald  aber  auch  noch  dieser  Reiz
nach  dem  schönen  Unter-Italien  hinlockte,  so  folgten  den
kleineren  Schwärmen  immer  größere,  weil  ohnedieß  der
kleine  Spielraum  in  der  nordwestlichen  Ecke  von  Frankreich
den  kriegslustigen  Männern  viel  zu  enge  war.  Wer  also  in
Unter-Italien,  mochten  es  Griechen  oder  Lombarden  seyn,
am  reichlichsten  belohnte,  dem  stund  ihr  Schwerdt  und  Muth
zu  Gebot.  So  überließ  ihnen  endlich  der  Griechische
  Dur  zu  Negpel  die  schönen  fruchtbaren  Ge,
genden  von  Aversa;  hier  sollten  sie,  um  Neapel  gegen
Capua  zu  schützen,  eine  Colonie  anlegen.  Graf  Rainulf
von  Aversa.

Guilelmi  Appuli  (fl.  c.  1000%  bistoricum  poema  de  rebus  Normannorum
  in  Sicilia,  Apulia  ct  Calabria  gestis  nebst  andern
zu  dieser  Geschichte  gehbrigen  alten  Nachrichten  in  Murat.  ser.
rer.  Ltal.  Tom.  V.  p.  245.  sedd.

Gaufredi  Malaterrac  (eines  Benedictiner-Mönchs,  der  selbst  aus
der  Normandie  nach  Italien  ausgewandert  war)  bistoria  Si-