dem  der  Hauptquartiere  der  Stadt,  wurde  als  hoher  Rath
dem  Doge  zur  Seite  gesetzt.  Der  ersten  Einrichtung  zufolge
hätten  nie  aus  diesem  Repräsentanten-Corps  der  gesammten
Bürgerschaft  Erb-Aristokraten  entstehen  sollen,  denn  alljährlich
  sollte  dieses  Corps  durch  Wahl  erneuert  werden.  Kein
Wunder  aber,  daß  damals  die  demokratische  Parthie  offenbar
  noch  das  Uebergewicht  hatte,  wenn  schon  an  eine  reine
Demokratie  wie  die  der  vorigen  Zeiten  nicht  mehr  zu
denken  war;  Venedig  stund  damals  als  Haupt  an  der  Spitze
des  großen  Lombardischen  Freiheit  Bundes.  .·
12.  Zugleich  zeigen  sich  um  eben  diese  Zeit  die  sichersten
Spuren,  wie  sehr  der  Handel  der  Venetianet  nicht  bloß  im
Orient  sondern  auch  in  Italien  sich  verbreitet  habe.  Sie
schließen  erst  von  jetzt  an  die  häufigsten  Handels  Tractaten.


1175.  mit  Kön.  Wilhelm  von  Sicilien.  1193.  mit  Verona.

1206.  mit  Fermo.  1327.  mit  Bologna.  1234.  mit  Ravenna
u.  s,  w.

13.  Allianz-  und  Kreuzzugs-  Tractat  zwischen
  den  Venetianern  und  Franzosen.  Erst  muͤssen
  aber  die  Franzosen  durch  die  Eroberung  von  Zara  das
abverdienen,  was  sie  bei  ihrer  Rüstung  zum  Kreuzzug  tractatenmäßig
  nicht  geleistet  hatten,  und  die  Eroberung  von
Constantinopel,  die  noch  vor  dem  Zuge  nach  Syprien  zum
besten  eines  geflüchteten  Comnenischen  Prinzen  geschehen  sollte,
endigte  sich  hoͤchst  abentheuerlich  mit  einer  Eroberung  zum
Besten  der  Alliirten.  Graf  Balduin  von  Flandern  wurde
zwar  von  den  Kreuzfahrern  zum  Kaiser  gewählt,  aber  die
Venetianer  erhielten  doch  so  viel  von  dem  eroberten  Reich,
daß  sich  Doge  Dandolo  und  seine  Nachfolger  mit  Recht  —
Herrn  von  drei  Viertheilen  desselben  nennen  konnten.  Cau-1207

