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Verhaͤltnisse  aller  seiner  Unterthanen  mischte!  Der  Staat
seufzte  unter  einer  drückenden  Last  von  Schulden,  und  aller
Wohlstand  war  vertrocknet.  Auch  kamen  jetzt  zu  allen  alten
schweren  Ausgaben  noch  große  Reichs-Steuern  und  Kriegs-Beiträge
  hinzu,  die  der  Großherzog  als  Vasall  des  Reichs
entrichten  sollte,  so  sehr  er  auch  gegen  dieses  Verhältniß  protestirte.


De  libertate  Civitatis  Florentiac  ejusque  Dominii.  Pisis.  1721.  4.

(G.  P.  Spannagel)  notizia  della  vera  libertä  Fiorentina  considerala
  ne'  suoi  giusti  limiti.  P.  I.  II.  1724.  fol.

30.  Das  Personale  der  großherzoglichen  Familie  stellte
ein  noch  traurigeres  Bild  dar.  Die  Gemahlinn  des  Großherzogs
  hatte  sich  nach  einer  dreizehnjährigen  Ehe  von  ihml674
getrennt,  und  lebte  in  Frankreich  mit  Garde-Reutern  und
Stall-Bedienten.  Der  Erbprinz  Ferdinand  hatte  eine  häßliche
und  unfruchtbare  Bairische  Prinzessinn  zur  Gemahlinn,  und
starb  endlich  an  einer  verunglückten  Mercurial-Cur.  Sein  ns
Bruder  Johann  Gasto,  der  hierauf  Erbprinz  wurde,  hatte  Oct.
mit  großen  Reichthums,  Speculationen  eine  Lauenburgische  1097
Prinzessinn  geheurathet,  bei  der  man  der  Fruchtbarkeit  versichert
  war,  weil  sie  in  ersterer  Ehe  mit  einem  Pfalz-Neuburgischen
  Prinzen  eine  Tochter  erzeugt  hatte.  Aber  man  erfuhr
zu  spät,  daß  sich  ihr  erster  Gemahl  aus  Verzweiflung  zu  Tode
getrunken,  und  sah  bald  nach  der  Vermählung,  daß  alle  Hoffnung
  vergeblich  sey,  aus  dieser  Ebe,  die  leider  der  Tod  nicht
trennte,  je  einen  Erben  zu  erhalten.  Nun  machte  man  den
letzten  Versuch,  und  ließ  den  Bruder  des  Großherzogs  den
Card.  Franz  Maria  eine  Prinzessinn  von  Guqgstalla
  heurathen.  Osffenbar  war  dies  nur  der  verzweiflungsvolleste
  Versuch,  dem  Hause  Medici  einen  Erben  zu
erwecken,  denn  wer  des  Cardinals  Jugend.  Geschichte  wußte,
konnte  den  Erfolg  sicher  vorhersagen.

1708

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