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Stamm-Vater  des  Braunschweig-Lüneburgischen  Hauses  und
der  herzoglich  Modenesischen  Familie  und  dessen  einziger
Sohn  ersierer  Ehe  erbte  die  Deutschen  Familien-Güter  seiner
Mutter  Cunigunde,  weil  damals  der  alt-Welfische  Manns-10  7
Stamm  in  Deutschland  ausstarb,  Fulco  aber,  der  ältere  Sohn
zweiter  Ehe,  erhielt  den  Italiänischen  Stamm.  Die  Streitigkeiten
  wegen  Theilung  der  Italiänischen  Güter  wurden
zwischen  den  Descendenten  der  ersten  und  zweiten  Che  erst
spät  ganz  abgethan;  die  Descendenten  der  zweiten  Ehe  blie=  1160
ben  im  Besitze  derselben.

3.  Unter  den  großen  demokratischen  Revolutionen,  die
in  der  Mitte  des  zwölften  Jahrhunderts  in  Stalien  ausbrachen,
  und  bei  welchen  der  größte  Theil  der  alten  großen  Familien
  zu  Grunde  gieng,  litt  auch  das  Haus  Este;  viele  seiner
  schönsten  Besitzungen  giengen  verloren.  Ohnedies  war
auch  die  Macht  desselben  durch  kein  Familien-Gesez  gesichert.
Kein  Gesetz  der  Untheilbarkeit,  kein  Erstgeburts-Recht  war
eingeführt,  und  die  schönsten  Markgrafschaften,  die  man  damals
  vom  Kaiser  als  Lehen  erhielt,  hatten  keinen  sicheren,
fortdaurenden  Werth,  weil  der  Geist  der  Communitäten,  der
selbst  auch  nach  dem  Constanzer  Frieden  immer  noch  1183
mächtig  fortwirkte,  alle  alten  Jurisdietional-Baude  auflbste.

1124.  investirt  K.  Friedrich  1.  den  Markgr.  Obiio  I.  den  jüngsten

von  Fulko's  Söhnen,  den  Stamm-Herrn  des  Hauses,  mit  der

Mark  Genua  und  Mailand.

4.  Bald  aber  lernten  die  Herren  dieses  Hauses  sich  in
die  Zeit  schicken.  Sie  wurden  Börger  in  den  Städten,  Demagogen,
  Kriegsobersten,  Podestas.  Die  Communitäten  selbst
übertrugen  ihnen  oft  lebenslänglich  oft  auf  immerhin  fast  unumschränkte
  Herrschaft.  So  geschah's  in  Ferrara,  so  in  Mo.  1288
dena,  so  endlich  auch  in  Parma.  Noch  kamen  schdne  1344