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Art  getrieben,  dlich  im  Nordosten  Kleinasiens  am  Sangarfluß
  ihr  Standlager  nahm?  Mit  den  fruͤhesten  Schicksalen
der  großen,  erobernden  Nationen  ist's  gewoͤhnlich  wie  mit  den
Jugendjahren  großer  Maͤnner.

8.  Ihre  Zahl  bestund  damals,  wie  sie  am  Sangar  campirten,
  nur  aus  400  Familien;  und  dies  war  der  Anfang  einer
  Macht,  die  innerhalb  zwei  Jahrhunderten  ein  Reich  in
Asien  und  in  Europa  zusammeneroberte,  das  sich  von  der
Steiermärkischen  Gränze  an  bis  zum  Tigerfluß  und  von  den
Wassersällen  des  Dniepers  bis  zu  den  Wasserfällen  des  Nils
erstreckte.  Das  Entstehen  eines  so  großen  Reichs  aus  einer
so  kleinen  Macht  läßt  sich  nicht  blos  aus  dem  Heldenmuth
des  Urstamms  erklären,  oder  aus  günstigen  Momenten  und
Gelegenheiten,  die  Zeit  und  Zufall  darboten,  sondern  alles
beruhte  zuletzt  auf  dem  Rekrutirungs-Systeme,  das  bei
der  Horde  eingeführt  war.

9.  Zwar  war  wirklich  der  Urstamm  ein  tapferer,  abgehärteter
  Haufen,  und  die  ersten  Chefs  desselben  hatten  eben  den
Sinn  und  Muth  und  eben  die  Sitten,  durch  die  ihre  Väter
und  Brüder  am  Orus  unüberwindlich  geblieben.  Auch  konnte
eine  muthvolle  Horde  gerade  damals  und  gerade  vom  Sangarstrom
  aus,  in  kurzem  ein  großes  Land  zusammenerobern.
Denn  die  Mongolen  hatten  kaum  anderkhalb  Menschenalter
vorher  alles  zerstört  und  zertrümmert,  was  den  Fortgang  einer
  erobernden  Horde  aufhalten  mochte,  und  die  Gebirge-Pässe,
die  nach  den  schönen  Ebenen  des  fruchtbaren  Bithyniens  hinführten,
  und  von  wo  aus  der  Weg  gebahnt  nach  der  Griechischen
  Kaiserstadt  hingieng,  waren  durch  Geiz  und  Nachlässigkeit
  der  Byzantinischen  Regierung  fast  gar  nicht  besetzt.
Wohl  mögen  auch  anfangs  einzelne  der  Seldschjukischen  Fürsten,
die  sich  allmählig  in  Kleinasien  wieder  erhuben,  den  kühnen

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