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nen  Gebieter,  und  wie  sich  selbst  viele  der  Seldschjukischen
Emirs  ihm  unterwarfen,  so  hieß  er  nicht  mehr  bloß  Emir,
sondern  Sultan  und  Padischah.  Es  war  ein  schoͤnes
Erwerbungs-Geheimniß,  was  die  Osmanen  schon  damals  und
noch  lange  nachher  treu  bewahrten,  daß  sie  nicht  leicht  ein
Land  gleich  anfangs  zur  eigenen  Besitzung  und  zur  Provinz
ihres  Reichs  machten.  Erst  wurde  nur  der  bisherige  Besitzer
  desselben  zur  Off=  und  Defensiv-Allianz  gezwungen,  und
die  Einwohner  zu  einer  gedultigen  Nachgiebigkeit  gewöhnt,
die  nichts  als  treue  Copie  des  eigenen  Beispiels  ihres  Für--sten
  war.  Bald  kam's  zu  drückenden  Dienstleistungen  aller
Art,  und  endlich  selbst  bis  zur  Zinsbarkeit.  Gewöhnlich  war
schon  alle  wahre  Macht  des  Fürsten  oder  bisherigen  Besitzers
abgestorben,  wenn  sie  endlich  für  gut  fanden,  das  Land  zur
wahren  Provinz  ihres  Reichs  zu  machen.

12.  Künste  dieser  Art,  die  der  uncultivirte  wie  der  cultivirte
  Eroberer  so  leicht  entdeckt,  wurden  von  den  Osmanen
bald  eben  so  in  Europa,  wie  in  Asien  gebraucht,  denn  frühe
genug  hatten  sie  auch  den  Weg  nach  Europa  herüber  gefunden.
  Erst  kamen  sie  herüber  bloß  als  Hülfstruppen  des  Griechischen
  Kaisers.  So  bald  sie  aber  des  Landes  Gelegenheit
ersehen,  Sestos  und  Gallipoli  besetzt  hatten,  so  war  für  1388
ihren  unweisen  Alliirten  durchaus  keine  Rettung  mehr.  Wie
frühe  Constantinopel  fallen  werde,  mochten  zwar  erst  Zeit
und  Zufall  bestimmen,  aber  der  Fall  selbst  war  nun  gewiß,
denn  nie  noch  hatte  bis  dahin  das  Byzantinische  Reich  und
die  Griechische  Kaiserstadt  einen  mächtigen  Feind  gehabt,  der
wie  dieser,  zugleich  in  Europa  und  in  Asien,  angreifen  konnte.

13.  Murad  I.  aber  vollführte,  was  sein  Vater  Orchant360-angefangen.
  Das  Recrutirungs-System  erhielt  durch  ihn  in  362
der  Errichtung  des  Janitscharen-Corps  eine  herr-