23.  Sein  Sohn  aber  Muhammed  II.  war  ein  Kriegs=  1451.

held  wie  der  Vater,  und  dabei  ein  rascher,  energievoller,  junger
Mann,  der  keine  andere  Leidenschaft  kannte,  als  den  Ehr-1481,



geiz  des  Eroberers.  Die  Eroberung  von  Constantino-  433
pel  machte  den  Anfang  seiner  zwänzigjährigen  Laufbahn;  Mu.
mit  der  von  Otranto  in  Apulien  endigte  er  sie.  Und  1481

schwerlich  ließ  sich  die  Wiedereroberung  der  ersteren  Stadt
hoffen,  so  hart  auch  der  Schlag  war,  der  bier  den  Westeuropäischen
  Handel  traf,  denn  die-  Dardanellen  die  er  bauen.
ließ,  konnten  allen  Europäischem  Flotten  die  Einfahrt  in  den
Hellespont  wehren.  Auch  war  vom  Norden  her  an  keine  Ge,
fahr  für  Stambul  zu  denken,  so  bald  die  Genueser  ganz  aus
der  Krimm  vertrieben  waren,  und  die  Tatarn,  die  völlig  Herren
  der  Halbinsel  wurden,  dem  Schutze  des  Padischah
sich  unterwarfen.

Ge.  Phranzae  chronicon  de  rebus  Byzantinis.  Ingolst.  1604.  4.

Leon.  Chiensis  histeris,  Constantinoholeos  a  Turca  e
Norimb.  1544.  4.  ·

Cheleondfyle  hist.  de  la  decadence  de.  runprre  G  Eres  ot  etabllssement
  de  celui  des.  Turcs  avee  la  continuation  de  la  zusmo,

histoire  (übers.  von  B.  de  Vigenere)  Paris,  1620.  foll  *

24.  Nie  noch  hatte  ein  Osmanischer  Sultan  eine  so  glorreiche
  Regierung  gehabt,  als  die  feinige  war,  und  nie  waren
noch  innerhalb  zweier  Jahrzehende  so  wichtige  Eroberungen  gemacht
  worden,  als  diesmal.  Ganz  Servien,  Sabacz  und
Belgrad  ausgenommen,  machte  er  zur  Probinz;  denn
bier  widerstund  ihm  nichts  mehr,  seit  daß  der  tapfere  Qunyad
todt  war.

Auch  die  vielen  kleinen  Fuͤrsten  oder  Souveraine,  die  sein:
Vater  auf  den  Inseln  des  Archipelagus  und  in  Griechenlaud
geduldet  hatte,  wenn  sie  nur  Ruhe  hielten  oder  den  Vasallei=1

  475

1459

zins  richtig  abtrugen,  ließ  er  endlich  verschwinden,  1460