183

und  kaum  blieben  noch  den  Venetianern  einige  Seeplätze  im

Peloponnes.

Der  letzte  Comnener,  der  ein  sogenanntes  Kaiser-1761
  thum  in  Trevisond  regierte,  starb  zu  Constantinopel  als

Gefangener  in  hohem  Elende,  und  während  daß  P.  Pius  II.

auf  der  Synode  zu  Mantua  bie  ganze  Christenheit  zum  allgemeinen

  Bunde  gegen  diese  unwiderstehlichen  Feinde  auffoderte,

  so  eroberte  er  auch  vollends  Bosnien,  und  der  Weg

nach  Italien,  Ungarn  und  Deutschland  schien  jetzt  so  gebffnet,

daß  er  nur  wählen  durfte,  nach  welcher  Gegend  hin  der  Roßschweif

  ausgesteckt  werden  sollte.

25.  Es  schien  endlich  zum  Kreuzzug  kommen  zu  müssen.

1463  Der  Pabst  publicirte  denselben,  und,  entschlossener

als  irgend  einer  seiner  Vorgänger,  wollte  er  sich  selbst  an  die

Spitze  setzen;  auch  war  nie  noch  bei  einem  Kreuzzuge  ein

solcher  Bund  geschlossen  worden,  wie  diesmal.  Matthias

Corvin,  König  von  Ungarn,  und  Scanderbeg  und  die  Venetianer,

  und  einige  der  mächtigsten  Türkischen  und  Turkomannischen

  Chefs  in  Asten  vereinigten  sich  zur  gleichzeitigen,
gemeinschaftlichen  Wirkung  mit  einander.

a6.  Doch  auch  diese  Conföderation  hatte  das  Schicksal

aller  großen  Bündnisse.  Die  Venetianer  verloren  noch

1470  die  Jnsel  Negroponte,  und  in  dem  Frieden,  den  sie

1479  endlich  zu  schließen  gezwungen  waren,  blieb  dies  nicht  ihr

einziger  Verlust.  Auch  in  Albanien  mußten  sie  große  Districte

  abtreten,  denn  seit  daß  Scanderbeg  todt  war,  sieg-1467
  ten  die  Osmanischen  Waffen  auch  in  diesen  Gebirgen.

27.  Allein  die  Rhodiser  widerstunden  allen  Stürmen;
  ihr  Großmeister  Peter  Daubusson  war  ein  Gegne',
den  Muhammed  II.  weder  täuschen,  noch  überwinden  konnt',
und  was  Muhammed  nicht  that,  das  konnte  gewiß  auch  sein

1480