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nur  sein  Großwesir  regieren  mochte,  wenn  er  das  schwarze
Meer  von  den  Cosackischen  Seeraͤubern  zu  reinigen,  und  um
auch  im  Archipelagus  Sicherheit  zu  haben,  Candia  (Creta)
1645  den  Venetianern  zu  entreißen  suchte.  Er  selbst  lebte
so,  daß  ihn  endlich  die  Ulema's  nach  ordentlichem  Urtheil  und
Recht  absetzen  und  einschließen  lassen  mußten.  Auf  eigenen
*.  Befehl  des  Mufti  wurde  er  in  seinem  Gefängniß  er  drosselt.

Aug.  Kein  Wunder,  daß  der  Candianische  Krieg  24  Jahre

lang  dauerte,  bis  endlich  nach  einem  Verlust  von  200,00

Türken  der  letzte  Steinhaufen,  durch  Verrätherei
1669  eines  Griechen,  sich  ergab.  Denn  nicht  nur  mußte

jeder  Krieg  gefährlich  lange  dauern,  wo  sich  die  Türken  auch

als  Seemacht  zeigen  sollten,  und  überdies  mehr  Kunst  als

Muth  allein  siegen  konnte,  sondern  auch  —  sieben  Jahre  der

sturmvollsten  Anarchie  waren's  bis  zur  Volljährigkeit  des  Soh-1648
  nes  und  Nachfolgers  Muhammed  IV.  und  bis  zur  Wesir=1657
  schaft  des  treuen  Muhammed  Kiuprili.

(de  Chassepol)  bistoire  des  grands  Vizirs  Mabomet  Coprogli
Pacha  et  Achmet  Coprogli  Pacha.  Amst.  1676.  12.

38.  Man  rühmt  mit  Recht  die  Administration  des  letz-1661.
  teren,  und  noch  mehr  die  Administration  seines  Sohnes
1675  Achmet  Kiuprili;  denn  letztere  war  nicht  nur  weiser,  als
die  Wesirschaft  vieler  seiner  Vorgänger  und  aller  seiner  Nach“
folger,  sondern  er  gieng  auch  auf  das  ächte,  alte,  Osmanische
System  zurück,  so  weit  man  mit  Menschen  ganz  anderer  Art
und  bei  voͤllig  veränderten  Zeiten  auf  jenes  System  zurückgehen
  konnte.  Er  durfte  es  nicht  wagen,  eine  ganz  neue
Garde,  eine  ganz  neue  Armee  zu  bilden,  aber  er  trieb  doch
die  Japitscharen  so  thätig  aus  Kriegen  in  Kriege,  daß  die
innere  Ruhe  des  Reichs  gesichert  blieb.