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30.  Zwar  gieng  im  Ungarischen  Kriege  die  Schlacht  1664
bei  St.  Gotthard  verloren;  doch  blieben  im  zwanzigjäh-  Zai.
rigen  Waffenstillstande,  den  Leopold  schloß,  Neuhäusel  2.
und  Großwaradein  gewonnen.

Die  Cosacken,  die  zwischen  dem  Dnepr  und  Dniester
wohnten,  und  mit  ihrem  bisherigen  Schutzherrn,  der  Republik
  Polen,  unzufrieden  waren,  unterwarfen  sich  freiwillig,
und  obschon  in  dem  Polnischen  Kriege,  der  daraus  entsprang,
auch  Niederlagen  erfolgten,  so  erhielt  doch  die  Pforte  im
Frieden  die  bestrittene  Sonverainetät  über  die  Cosacken  und  1678
den  Besitz  des  größten  Theils  von  Podolien.  Auf  den  ersteren
  Vortheil  aber  mußte  der  Sultan  gleich  zwei  Jahre  nachher
  gegen  die  Russen  Verzicht  thun,  denn  die  veränderlichen
  Cosacken  hatten  sich  diesen  ergeben,  und  der  Krieg
mit  den  Russen  war  unglücklich  gewesen.  1680

40.  Noch  unglücklicher  aber  war  der  Krieg,  den  die
Theilnehmung  an  Tökeli's  Projecten  veranlaßte.  1682
Die  Ulema's  hatten  der  Brechung  des  20jährigen  Waffenstillsiandes
  widersprochen,  doch  siegte  der  Franzbsische  Einfluß.

Und  die  erfahrensten  Generale  hatten  den  gewagten  Zug  vor  1683
Wien  mißrathen,  doch  ließ  sich  der  Großwesir  von  den  Julbeutelustigen
  Janitscharen  heraufführen.

Dem  erstens#  Unglück,  das  er  vor  Wien  litt,  folgte  alsdann
  Schlag  auf  Schlag  ein  neues,  und  vier  Campagnen
mit  so  unäufhbrlichen  Niederlagen  nach  einander,  als  die  von
1084  bis  1687  waren,  finden  sich  nicht  leicht  in  der  neueren
Geschichte.  Nicht  nur  gieng  in  Ungarn  alles  verloren,  sondern
  auch  die  Venetianer  machten  in  Morea  und  im  Archipelagus
  beträchtliche  Eroberungen.  Wenn  die  Unruhen  zu
Constantinopel  zehnmal  gestillt  wurden,  so  mußte  endlich  doch
eine  Revolution  ausbrechen.  Muhammed  IV.  wurde  einge-