202

1721  51.  Große  Revolution  im  Persischen  Reiche.
Die  Pforte  mußte  Theil  nehmen,  damit  nicht  zuletzt  alles
1727  den  Russen  als  Beute  zufiel.  Kraft  des  Vergleichs  mit
Ashraf,  dem  Neveu  des  ersten  glücklichen  Insurgenten,  des
Asghanen  Mirweis,  bleibt  der  Pforte  Sultania,  Zenga,  Ebher
und  Chosistan.  Wie  aber  Tahmasp-Culi-Khan  aufstund,
  Ashraf  selbst  von  Ispahan  hinwegflüchten  mußte,
12290  fieng  der  Persische  Krieg  auf's  neue  an.

52.  Die  Kriegskosten  aufzutreiben,  wird  eine  neue  Accise
in  Constantinopel  eingeführt,  und  weil  die  Janitscharen  in
dem  Kleinhandel,  den  sie  trieben,  den  Druck  derselben  stark
fühlten,  so  brach  eine  der  schrecklichsten  Insurrectionen  aus.
An  der  Spitze  stund  ein  Kleidertrödler,  Patrona  Calil,
und  ein  Obsthändler  Muslou,  und  einer,  der  Caffee  auf
den  Straßen  schenkte,  Ali.  Was  die  Insurgenten  unternahmen,
  gelang;  denn  der  Sultan  und  seine  Minister  hatten
längst  bei  dem  ganzen  Publicum  weder  Ehre  noch  Credit
mehr,  und  Patrona  Calil  hielt  mitten  im  größten  Sturme
immer  noch  cinige  Ordnung.  Sultan  Achmet  gieng  endlich
freiwillig  in's  Gefängniß;  Mahmud  I.,  Mustapha's  III.
Sohn,  wurde  aus  dem  Kerker  auf  den  Thron  geholt.

Relation  des  deux  rebellions  arrivées  à  Constantinople  en  1730
et  1731.  Composèéc  sur  des  memoires  originaux  reeus  de

Constantinoplec.  a  la  Haye  1737.  8.  und  in  Büschings  Magaz.

VI.  B.  S.  1  —  46.

de  Crouzenac  histoire  de  la  derniere  revolution  arrivéc  dans
iEmpire  Oitoman,  le  28.  Sept.  1730.  Paris  1910.  8.

1730-  53.  Es  wird  aber  unter  der  neuen  Regierung

1754  durchaus  nicht  Ordnung,  bis  endlich  das  Wagestück  ausgeführt

  ist,  daß  alle  drei  Rebellen-Chefs  im  versammelten  Divan

  niedergemacht  werden.  Doch  zur  Ordnung  gehoͤrte  hier

auch,  daß  alle  von  Achmet  Pascha  (Gr.  v.  Bonneval)  au-