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entgegen,  und  ohne  sich  weiter  auf  das  einzulassen,  was  sich
jener  Gelehrte  unter  den  Ausdrücken  toto  genio  gedacht  haben
mag,  schließt  er  seine  Argumentation  mit  den  Worten:  Haeo
pro  speciminc  satis  sunto,  ex  quibus  natura  ipsa  potius
duam  forte  fortunga  utramquc  linguam  sibi  vicissim  congruero,
quivis  intelliget.  Bayer  hatte  nehmlich  die  bemerkte  Aehnlichkeit
  mehrerer  Worte  in  beiden  Sprachen  daraus  zu  erklären  gesucht
  vocabula  quaedam  Hungaris  ex  commercio  Finnorum
adhacsissc.  Mich  dünkt,  mit  dieser  Erklärung  des  Phänomens
mochte  es  stehen,  wie  es  wollte,  so  hätte  der  Einwurf  hungaricam
  linguam  toto  genio  a  Finnica  differre  entweder  anders
widerlegt  werden  müssen,  oder  —  er  war  mit  diesen  Worten
nicht  widerlegt.  Allein  freilich  ist's  leichter,  in  ein  paar  Sprachen
  einige  Dutzend  Worte  auszusuchen  und  gegen  einander  überzustellen,
  als  zu  prüfen,  ob  auch  der  Genius  der  einen  Sprache
mit  dem  der  andern  einigermaaßen  übereinkomme.  Und  darauf
bat  sich  auch  meines  Wissens  keiner  von  allen  denen  eingelassen,
die  jene  Sprachen-Harmonie  bemerkt  haben  wollten;  denn  was
Sajnovics  davon  hat,  ist  weit  nicht  binreichend.  Ueberhaupt
gehört  dieser  Schriftsteller  nicht  zu  den  bedächtigen  Forschern,  er
übertreibt  alles.

Ich  halte  also  die  Finnische  Abstammung  der  Ungarn  noch
bis  jetzt  für  unerwiesen,  und  die  Data,  die  den  Kalmyckischen
oder  wenigstens  Mongolischen  Stamms-Charakter  derselben  darthun,
  scheinen  mir  vorerst  noch  so  genugthuend,  dah  ein  Gegenbewels
  aus  der  Sprache,  der  zu  einem  andern  Relultale  führen
soll,  ein  recht  vollständiger  Beweis  seyn  müßte.  Ich  weiß  zwar
wohl,  was  man  gegen  die  Signalisirung  der  Ungarn,  wie  sie  in
Regino,  Otto  von  Freysingen  und  einigen  andern  Chronisten  vorkommt,
  gewöhnlich  einzuwenden  pflegt,  aber  man  vergißt  dabei,
daß  Otto  von  Freysingen  gewiß  nicht  bloß  auf  Hörensagen  zu  schreiben
  Ursache  hatte,  daß  er  die  National-Physiognomie  der  Un—
garn  seiner  Zeit  genau  kennen  konnte,  und  die  Veraͤnderungen,
die  bis  auf  seine  Zeiten  hin  mit  dem  Charakteristischen  dieser
National-Physiognomie  vorgegangen,  schwerlich  so  groß  waren,
daß  ihm  nicht  die  Contraste  mit  der  Deutschen  Menschen-Art
sehr  auffallen  mußten.  Will  man  aber  etwa,  wie  einige  der
neueren  Vertheidiger  dieser  Meinung  die  Absicht  zu  haben  scheinen,
  sämmtliche  Kalmycken  und  Mongolen  auch  zum  Finnischen
Stamm  rechnen,  so  scheint  sich  freilich  der  ganze  Streit  zu  beben.