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II.  Per.  Koͤnige  aus  verschsebenen  Häuserm

130l  152z.

1.  Die  Gegner  der  päbstlich  =  Neapolitanischen  Faction
wählen  erst  den  Böhmischpolnischen  Prinzen  Wenzel,  den  die
Macht  seines  Vaters  sehr  wohl  schützen  zu  kbnnen  schien,
und  wie  dieser  wieder  aus  Ungarn  entweicht,  den  Herz.  1303
Otto  von  Baiern,  dessen  Mutter  eine  Tochter  Belas  IV.
war.  Bald  ist  aber  auch  dieser  froh,  sich  aus  Ungarn
hinweg  flüchten  zu  können,  und  alles  vereinigt  sich  für
Karln  Robert  von  Neapel  und  seine  Nachkom=  %
men.  Nur  Dalmatien  geht  verloren,  weil  der  Kdnig,  um  *#
Neapel  zu  erhalten,  die  Venetianer  nicht  mit  Nachdruck  bekriegen
  darf.

2.  Große  Crisis  der  National-Frciheit  und  ganzen
Reichsverfassung  unter  diesem  ersten  Kön.  aus  dem  Hause
Anjon.  So  bald  er  sich  durch  den  Tod  seines  mächtigen
  Gegners  Gr.  Matthäus:  Trentschin  ganz  sicher  1319
sah,  hielt  er  23  Jahre  lang  keinen  Reichstag.  Der  Mdel
wurde  gedruͤckt,  und  am  meisten  wurde  die  Geistlichkeit  gedtuͤckt;
denn  hier  theilten  sich  der  Pabst  und  der  Koͤnig  in  die  Beute.

3.  Sein  Sohn  Ludwig'der  Große  regiert  gesetzmaͤf-1342-siger,
  und  so  wenig  er  auch  am  Ende  durch  seinen  MNeapbli-  1382
tanischen  Krieg  gewann,  weil  der  Pabst  fast  alles  ihm  dabsprach,
  so  viel  geivann  doch  Ungarn  durch  denselben.  Die
trefflichsten  jungen  Barone  und-  Ritter,  die  mit  ihm  nach
Neapel  gezogen,  hatten  dort  Dinge  gesehen  und  gelernt,  auf
die  sie  schwerlich  bei  ihrem  einheimischen  Umhertreiben  gekommen
  seyn  würden.  Algemeine  Cultur  und  Lebensgenuß  nahmen
  daher  merklich  unter  ihm  zu,  uud  man  bemerkt  als#ein
Beispiel  des  steigenden  Landbaus,  daß  zuerst  währens  seiner
Regierung  die  Berge  von  Tokay  mit  Reben  bepflanzt  worden.