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keiner  aller  äbrigen  Candidaten  eine  solche  Capitulation  unter-110%
  schrieben,  wie  der  Böhme  Uladislaus  that.  Nicht  nur
15  die  alten  Freiheits-Urkunden  mußten  feierlich  bestätigt,  sondern
  auch  sogleich  die  Steuern  noch  tiefer  herabgesetzt  werden,
  als  sie  schon  vor  den  Zeiten  des  Königs  Matthias
stunden.  Weder  Krieg  noch  Frieden  ohne  theilnehmende  Berathschlagung
  der  Stände.  Lausitz,  Schlesien  und  Möähren,
und  eben  so  das  von  Matthias  eroberte  Oesterreichische,  Steierische,
  Kärnthische  und  Krainische  Land  sollte  dem  Königreich
Ungarn  ganz  einverleibt  werden.  Leider  erfuhr  aber  die  Nation
  in  Kurzem,  daß  zwar  wohlthätige,  kraftvolle  Regierungen
  durch  Capitulationen  gelenkt,  nie  aber  ein  mattes
Regiment  belebt  oder  unschädlich  gemacht  werden  kann.
Petri  de  Warda  Epistolae  cum  nonnullis  Wladislai  II.  litteris
Petri  causa  scriptis  praefatus  est  ct  indicem  chronolog.  adjecit
  C.  Wagner.  Posonii  1776.  4.
Lud.  Tuberonis  L.  XI.  Commentarii  rerum  a.  1400  —  1517.
gestarum  in  Collect.  Schwandtner.  T.  II.  p.  107  sed.
44091  24.  Elender  Friede  mit  Oesterreich,  selbst  von
Reole.  den  Ständen  ratificirt,  sobald  nur  die  erste  Hitze  verflogen
war.  Wien  und  alles,  was  Kön.  Matthias  von  Oesterreich,
Steiermark,  Kärnthen  und  Krain  erobert  hatte,  geht  verloren.
  Nach  Absterben  des  Mannsstämmes  von  Uladislaus
sollten  die  Ungarn  verpflichtet  seyn,  einen  der  männ-=lichen
  Descendenten  von  Marimilian  zu  wählen,  und  schon
vorläusig  möchten  Kais.  Friederich  III.  und  sein  Sohn  Marimilian
  den  Ungrischen  Königstitel  führen.  Dieser  Friede
wudde  geschlossen,  ohne  daß  man  auch  nur  eine  Hauptschlacht
gewagt  hatte.
1403.  25.  Es  ward  auch  bald  im  Lande  selbst  so,  als  ob  kein

—E

150  König  da  wäre!  Der  weltliche  Stand  wat  gegen  den  Ele-