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zuwider,  fast  alle  Festungen  und  Quartiere  besetzt  hatten,
schien  oft  in  Ungarn  alles  erlaubt  zu  seyn.

Fr.  Kazy  historia  regni  IIungariae  (1601  —  16037),  Tyrnaviac
1637.  sol.  Daß  Kaiy  ein  Jesuit  war,  darf  man  bei  vielen
Stellen  nicht  vergessen;  auch  ist  kein  tief  eindringender  Blick
zu  erwarten,  sondern  man  kann  oft  die  gelleferten  Materkalien
zu  einem  ganz  andern  Zweck  nutzen,  als  der  Verfasser  zu  vermuthen
  scheint.

D.  Wiener  Friede.  Botskai  erhielt  für  sich  und  seine  1005
männlichen  Erben,  deren  er  keine  hatte,  Siebenbürgen,  nebst  Aug.
mehreren  Comitaten  von  Ungarn;  der  Bruder  des  Kaisers,
Erzherzog  Matthias,  sollte  mit  voller  Gewalt  Statthalter  in
Ungarn  werden;  den  Augspurgischen  und  Helvetischen
  Confessions-Verwandten  ward  freie  Religions-Uebung
  zugesichert.

Fünf  Monate  nachher  starb  Botskai,  und  dem  Wie-  *
ner  Frieden  zuwider,  kraft  dessen  Siebenbuͤrgen  an  Ungarn
bätte  fallen  sollen,  folgt  ihm  endlich  Gabr.  Bathorp.  Ru=  1608
dolf  mußte  es  zugeben,  denn  sein  eigener  Bruͤder  Matthias,
der  ihm  um  eben  diese  Zeit  Oesterreich  und  Ungarn  entriß,  war
sein  gefährlicherer  Feind.

10.  Kön.  Matthias.  Strenge  Capitulation,  die  er  1608.
unterschreiben  mußte.  Alle  fremde  Truppen  sollten  aus  dem  *
Reiche,  und  nie  mehr  ohne  Einwilligung  der  Stände  in's  Reich
kommen.  Auch  sollte  der  Kbnig  ohne  Einwilligung  der  Stände
keinen  Krieg  anfängen,  künftighin  im  Reiche  residiren,  und
wenn  er  etwa,  wichtiger  Ursachen  halbet,  längere  Zeit  abwesend
  sey,  der  Palatin,  nebst  dem  königlichen  Consilium
die  ganze  Regierung  föhren.  Dafür  wurde  ohnedies  hinlänglich
gesorgt,  daß  alle  Ungrische  Reichs-Angelegenheiten,  Civiloder
  Militär-Sachen  betreffend,  bloß  durch  Ungarn  behandelt,

Spittlers  sämmtl.  Werke  IV.  Bd.  17