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alle  hoͤheren  Civil"  und  Militär=  Stellen  im  Reiche  bloß  mit
Ungarn  besetzt  werden  sollten.  Die  Augspurgischen  und  Helvetischen
  Confessions-Verwandten  ethielten  nicht  nur  auf's
Neue  böllig  freie  Religions-Uebung,  sondern  auch  den  Zutritt
  zu  allen  Aemtern  und  Ehrenstellen,  und  selbst  zur  Palatin-Würde.
  Der  katholische  Clerus  in  Ungarn  fühlte  jetzt
auch  endlich  wohl,  daß  er  Anstalten  machen  müsse,  um
gescheider  und  unterrichteter  und  gesitteter  zu  werden;  sonst
gieng,  trotz  dem  Religions-Eifer  der  Regierung,  alles  zur
neuen  Parthie  über.  Besonders  Card.  Pazmann,  Erzbischof
von  Gran,  machte  sich  durch  neue  Erziehungs-Institute,  die
er  zu  Stande  brachte,  um  die  Erhaltung  seiner  Kirche  sehr

11.  Noch  sirenger  aber  und  noch  bestimmter  lautete  die

1619  Capitulation  Ferdinands  II.;  und  Gabriel  Bethlen-,  der

sich  unterdeß  durch  Türkische  Hülfe  zum  Fürsten  in  Sieben-1612

  bürgen  erhoben  hatte,  war  ein  Feind  in  der  Naͤhe,  der  es

1621

wohl  zu  nutzen  verstund,  daß  in  ganz  Ungarn  keine  fremden
Truppen  seyn  durften.
Acta  diaetalia  Posoniensia  a.  1618.  Postini  1790.  8.

12.  Bethlens  Allianz  mit  den  Boͤhmischen  Insurgenten.
Fast  ganz  Ungarn  fällt  ihm  zu.,  und  hätte  Bethlen  eben  so
viel  planmaͤßige  Energie,  als  unruhigen.  explosionslustigen
Sinn  gehabt,  so  wuͤrde  damals  das  Schicksal  des  Oesterreichischen
  Hauses  und  das  Schicksal  von  ganz  Deutschland
anders  entschieden  worden  seyn,  als  27  Jahre  nachher  im
Westphaͤlischen  Frieden  geschah.

Nicolsburger  Friede.  Bethlen  war  mit  Privat-Vortheilen
  zufrieden;  Ungarn  selbst  gewann  nichts  dabei.  So

1624  war's  auch  beim  JZweiten  und  dritten  Frieden,  den  er
162  schloß,  und  sein  Nachfolger  Georg  Ragotzi  schien  an  den