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3  6.  Sein  Sohn  Casimir  der  Große,  der  letzte  des
1  Masisschen.  Mannsstamms,  verlor  zwar  sehr  gegen  den  Deutschen.
  Orden,  mit  dem  schon  sein  Vater  wegen  dem  Besitz

.  des  Landes  zwischen  der  Oder,  Netze  und  Weichsel,  das  mit

1205  dem  Aussterben  des  Pommern-Danzigischen  Herzogstam
  mes  erledigt  geworden,  die  gefährlichsten  Kriege  ge-**

  habt.  hatte.  Er  mußte  im  Kalischer  Frieden  Culm,  Michaelov

  und  Pommern  den  Deutschherrn  abtreten,  und  auch

seine  oberherrlichen  Rechte  an  Schlesien  dem  Kö-1339nig
  von  Böhmen  Preis  geben.  Dagegen  aber  ge-134owann
  er  ganz  Roth-Rußland,  und  verknüpfte  Masovien

  aufs  neue  mit  Polen  als  Lehen.
Doch  seine  größten  Verdienste  sind  die  des  Gesetzgebers;

1347  er  gab  seinem  Reich  die  erste  Sammlung  schriftli-1355.cher

  Gesetze,  hub  den  Rechtsgang  nach  Magdeburg
auf,  und  setzte  im  Lande  selbst  ein  eigenes  hoͤchstes  Gericht.
Viele  Staͤdte  im  Lande  wurden  durch  ihn  zu  festen  Orten
gemacht,  und  da  sonst  alles  unter  dem  Druck  des  Adels  erlag,
  so  erhuben  sich  die  Buͤrgerschaften  nun  doch  endlich  zu
einigem  Flor.

33  7.  Sein  Nachfolger  war  seiner  Schwester  Sohn  Koͤn.
Ludwig  der  Große  von  Ungarn,  und  weil  die  Nation
gewonnen  werden  mußte,  um  ihn  den  noch  lebenden  Herren
Piastischen  Stamms  vorzuziehen,  die  in  Masovien  und  Schlesien
  regierten,  und  offenbar  ein  weit  näheres  Recht  als  er

½5  hatten,  so  bequemte  sich  Ludwig,  eine  Urkunde  auszustel—

len,  die  die  erste  schriftliche  Versicherung  der  National=  Freiheit
  enthielt.

Wie  uͤberall,  so  war  auch  hier  Tarenfreiheit  das

ersie,  was  man  suchte.  Der  König  sollte  mit  dem  Ertrag

seiner  Cameral=  Einkünfte  zufrieden  seyn,  und  Ludwig  mußte

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