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versprechen,  was  seit  fuͤnfzig  Jahren,  der  alten  Observanz  zuwider,
  gehoben  worden,  nie  mehr  fodern  zu  wollen.  Diese
Taxenfreiheit,  die  ihr  Regulativ  jenseits  so  Jahren  nahm,  galt
den  Bürgern,  wie  den  Geistlichen  und  Edelleuten.  Nur  erhellt
doch  aus  der  Urkunde  selbst,  daß  wenn  ein  Fall  der  Geldnokh
eintrat,  die  Geistlichkeit  und  der  Adel  nicht  einmal  angesprochen,
  sondern  höchstens  Hülfe  der  Städte,  aber  freiwillige
Hülfe  derselben  erbeten  werden  sollte.  Da  auch  die  Freiheit
von  Einquartierung  und  Lieferungen,  wenn  der  König  mit
seinem  Gefolge  im  Reich  umherzog,  eine  Spielart  der  Taren-Immunität
  war,  so  machten  sich  Geistlichkeit  und  Adel  auch
von  dieser  Last  frei,  und  zugleich  war  wohl  das  Recht,  das
damals  der  Adel  erhielt,  nicht  ausser  dem  Reich  auf  eigene
  Kosten  dienen  zu  müssen,  fast  allein  eben  so  viel
werth,  als  alle  übrige  damals  gesicherte  Freiheiten.

Osfenbar  entsprang  also  in  Polen  die  National-Freiheit
nicht,  wie  in  den  meisten  südlichen  Europdischen  Reichen  aus
Modifikalionen  des  Feudal-  Systems,  zu  denen  die  ganze  Entwicklung
  des  National-Zustandes  endlich  hinfähree.  Feudal-Verfassung
  war  damals  in  Polen  so  wenig  als  in  Ungarn,  und
es  scheint  ein  auffallendes  Phünomen  zu  seyn,  daß  sich  gerade
da,  wo  kein  Feudal-System  statt  hatte,  die  National-Freiheit
weit  mangelhafter  entwickelte,  und  nie  zu  einer  so  schönen
Vollendung  kam,  als  wo,  wie  in  England,  Italien  und  Frankreich,
  ein  völlig  ausgebildetes  Lehen-System  sich  fand.

g.  Bald  erhielt  auch  die  Nation  noch  mehr,  oder  erhielt
das,  was  sie  hatte,  noch  gewisser,  weil  auch  Kön.  Ludwig  keinen
  maͤnnlichen  Erben  hinterließ,  und  das  Recht  der  Thron—
folge  erst  durch  einen  neuen  freiwilligen  Entschluß  der  Nation
  auch  auf  die  weiblichen  Nachkommen  desselben  erstreckt
werden  mußte.  Erst  schien  die  Nachfolge,  den  Absichten  des