ten.  Der  Bürger  in  den  Städten  wurde  kaum  einmal  bei—
läufig  in  der  Urkunde  gedacht.

Ob  das  Reich  damals  noch  wabres  Erbreich  oder  schon
Wahlreich  gewesen,  ist  schwer  zu  beantworten,  denn  es  war
gerade  die  Zeit,  da  sich  das  alte  Erbreich  allmaͤhlig  in  ein
Wahlreich  verwandelte.  Nach  dem  Sprachgebrauch,  den  die
Praͤlaten  und  Baronen  des  Neichs  führten.  sollte  man  vermuthen,
  ein  Wahlreich;  und  nach  den  Ausdrücken,  deren  sich
die  Koͤnige  bedienten,  schien  es  sicher  ein  Erbreich  zu  seyn.
Die  künftigen  Schicksale  und  persönlichen  Verhältnisse  der
nachfolgenden  Könige  mochten  das  noch  aufklären,  und  diese
waren  der  Wahlfreiheit  der  Nation  günstig.

4.  Wladislav  III.  stund  unter  der  Vormundschaft  derr434=Stände,
  wie  er  seinem  Vater  Jagello  folgte,  denn  er  war  beit.
dem  Tode  seines  Vaters  erst  zehen  Jahr  alt.  Kaum  war  er
18  Jahr  alt,  so  wählten  ihn  auch  die  Ungarn  zu  ihrem  König.
  Zwei  Jahre  nachher  blieb  er  in  der  Schlacht  bei  1444
Varna,  und  weil  sein  Bruder,  Großherz.  Casimir  von  Lit.  dothauen
  zauderte,  sich  in  Besitz  des  Reichs  zu  setzen,  auch
mehrere  Competenten  sich  zudrangen,  so  kam  das  Wahlrecht
der  Nation  zu  einiger  Uebung.  Casimir  behielt  endlich  doch
die  Krone.  Er  saß  aber  schon  sechs  Jahre  lang  auf  dem
Thron,  bis  man  ihn  endlich  dazu  brachte,  daß  er  der  Nation
ihre  Rechte  beschwur.

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5.  Revolötionen,  die  während  Casimirs  Negie-  21447-rung
  in-  Preußen  vorgehen.  Aufsland  der  Einwohner  gegen  1492
die  Deutschen  Ordens-Herrn;  Koͤn.  Casimir  nimmt  ihre  Unterwerfung
  an.  Alle  ihre  biäherige  Privilegien  wurden,  bestaͤ-  1454
tigt,  alle  Pridilegien  der  Polnischen  Nation  noch  besonders
mitgetheilt,  und  manche  der  druͤckendsten  Beschwerden,  die