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und  wie  er  endlich  auch  wahrnahm,  daß  mancher  seines  Corps
bei  jenem  Gränz-Cordon  sein  Brod  finden  könne,  also  die  Ein.
richtung  des  neuen  Instituts  zugab,  so  wollte  er  zwar  mitgenießen,
  oder  vor  allen  Uebrigen  genießen,  aber  nicht  mitzahlen.

Es  gährte  ein  wahrer  Geist  der  Demokratie  unter  diesem
Corps,  das  noch  immer  allein  die  Nation  ausmachte,  und  wo
dieser  in  selner  vollen  Kraft  gährt  da  herrscht  auch  selbstsuͤchtige,
  wilde  politische  Eisersucht.  In  ihrer  Aller  Geföhl  lag,
und  bald  stunds  auch  ausdruͤcklich  im  Gesetz  geschrieben,  die
Staatsbürger,  das  heißt.  die  Edelleute,  sind  einander
voͤllig  gleich,  und  dieses  höchst  reizbare  Gleichheitsgefühl,
bei  dem  nie  eine  sichere,  gute  Staats-  rganisation  entstehen
kann,  leitete  Jahrhunderte  hindurch  alle  Rathschlaͤge  der
Polen.

10.  Ausbreitung  der  Reiormaiion!  in  Polen  und  noch  fruͤ-her
  in  Preußen.  Im  letzteren  Lande  brachte  sie  bald  die  große
politische  Wirkung  hervor,  daß  der  Hochmeister  des  Deurschen
Ordens  sein  Wahl-  Fürstenthum  in  ein  Erb-Fürstenthum  verwandelle,
  und  mit  dem.  König  von  Polen  zu  Cra  cau  als
Vasall  einen  Vergleich  schloß,  daß  das  neue  Herzog-  1525
thum  Preußen  ganz  an  Polen  fallen  solle,  menn  sein  und  seiner
  Brüder  Mannsstamm  aussterbe.

i1.  Erst  unter  Koͤn.  Sigismund  August  kamen  diesasneuen
  Meinungen  auch  in  pPolen  sehr  in  Umlauf,  denn  der  1572
Koͤnig  selbst  schien  sie  zu.  beguͤnstigen.  Auch  warens  hier  nicht
bloß  Meinungen,  wie  sic  von  Wittenberg  und  Genf  ausgiengen,
  sondern  die  keckesten  der  Zweifler,  die  man  selbst  zu  Wittenberg
  und  Genf  verabschcute,  schienen  sich  alle  nach  der
Weichsel  zu  ziehen,  und  stifteren  dort  eine  eigene  Kir  be.  So
wuchs  denn  die  Menge  der  Akatholiken  innerhalb  der  vier  und
zwanzig.  Regierungs-Jahre  dieses  Königs  so  gewaltig,  daß  sie

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