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5.  Krieg  in  Livland  mit  Iwan  Wasiljewitsch

.  Der  Jes.  Possevin,  im  Namen  des  Pabsts  Vermittler,
bewirkt  endlich  einen  zehenjährigen  Waffenstillstand.  1532.
Ganz  Livland  bleibt  bei  Polen,  und  wird  gleich  Polen  ins  m.
Palatinate  getheilt.  Wie  so  eben  aber  ein  zweiter  Krieg  auszubrechen
  drohte,  starb  der  König,  und  die  neue  Königs-  1596
wahl  gab  ein  Beispiel,  wie  gerade  da,  wo  alles  gleich  ist,  2%
und  wo  alle  mit  reizbarem  Stolze  recht  gleich  sich  fuͤhlen,  die  «
wildesten  Factionen  entstehen.  Denn  nirgends  sind  unter  ei—
nem  Haufen  dieser  Art  recht  feste,  haltbare  Massen,  die  dem
Getreibe  der  einzelnen  widerstehen;  und  wo  jeder  weiß,  wie
viel  und  wie  alles  mit  Getreibe  und  leidenschaftlichem  Beleben
  auszurichten  sey,  da  verunedlen  sich  die  Menschen  sehr
leicht  bis  zur  volligen  Vergessung  alles  Gemein-Sinns.

So  wie  aber  diesmal  die  Zborovische  Faction  und  die
Zamoiskysche  Parthhie  sich  gebildet  hatten,  so  entstunden
nachher  bald  aus  Ehrgeiz,  bald  aus  Familienhaß,  den  die
leichtesten  Vorfälle  veranlassen  konnten,  immer  neue  und
neue  Factionen,  und  leider  durfte  man  kaum  wünschen,  daß
sich  das  Factionen-Getreibe  endlich  verlieren  möchte.  Denn
Factionen  und  Gegenfactionen  sind  bei  Verfassungen  dieser
Art  das  wahre  Lebengzeichen  des  Staats,  und  eine  wahre
politische  Ruhe  ist  nicht  blos  der  Vorbote,  sondern  die  unverkennbarste
  Signatur  des  schon  vollendeten  politischen
Sterbens.

6.  Die  Zamoiskysche  Parthie  wählte  den  S  Schwedi=  5
schen  Prinzen  Sigismund,  die  Sborobische  Faction  den  Aug.
Erzherzog  Maximilian.  Ersterer  siegte  endlich  durch  die  Tapferkeit
  des  Chefs  seiner  Parthie,  des  Reichscanzlers  Zamoisky,
und  das  Schicksal  hatte  diesem  Koͤnig  Sigismund  IIEAIöIzu
  Polens  Ungluͤck,  eine  45jaͤhrige  Regierung  zugemessen.  1032