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Petersburg  hatte  man  die  erste  Idee  gehabt,  Polen  nachbarlich
  zu  theilen;  Friederich  der  Große  fands  billig,  daß  auch
er  seine  Portion  erhalte,  weil  er  nach  ausgebrochenem  Kriege
mit  den  Türken  jährlich  tractatenmäßige  Hölfsgelder  an
Rußland  bezahlen  mußte,  und  Oesterreich  nahm  endlich
auch  Theil,  weil  man  ungern  zurückbleibt,  wenn  man  sieht,
daß  ohnedies  genommen  wird.

Bis  dahin  war  Polen  ein  Reich  von  ungefähr  13,400
geogr.  Quadratmeilen  gewesen;  seit  aber  daß  sich  Rußland  1772
und  Preußen  und  Oesterreich  willkührlich  in  des  Nachbars  Spt.
Gut  getheilt  hatten,  waren  kaum  noch  10,000  übrig  geblieben.


Den  Verlust  dessen,  was  Fliederich  der  Große  sich  zuschreiben
  ließ,  empfand  das  arme  Reich  am  härtesten,  denn
die  Ausfuhr  aller  seiner  Producte  auf  der  Ostsee  stund  seitdem
  unter  Preußischer  Willkühr.

Die  Deductionen  der  Höfe  sammt  den  Widerlegungen  derselben
erschienen  gesammelt  Londres  1774.  in  zwei  Oct.  Bänden.

52.  Die  Nation  muß  auf  einem  Reichstage  alles  1273
gut  heißen,  was  ihre  drei  Nachbarn  verfuͤgt  haben,  und  die  Apt.
Tractate  wegen  der  Gränz=  Berichtigungen,  bei  denen  meist
eben  derselbe  Sinn  nur  nicht  eben  dieselbe  Harmonie  wie
bei  dem  ersten  Theilungs-Project  herrschte,  verziehen  sich
fast  fünf  Jahre  lang.

53.  Unterdeß  erschien  die  neue  Regierungsform,  die
Polen,  dem  Interesse  von  Rußland  gemäß,  haben  sollte.
Statt  des  ehemaligen  Reichsraths,  dessen  Ersetzung  in  der
Willkühr  des  Königs  gewesen,  sollte  nun  kraft  der  neuen
Regiments:  Form  ein  immer  währender  Rath  ihm  zur
Seite  —  auf  dem  Throne  sttzen,  der  ohne  Theilnehmung
des  Königs  von  dem  Adel  der  verschiedenen  Woiwodschaften