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2.  So  entstunden  denn  am  Wolchow-Strom  und  auch

noch  südlicher  herab  am  Dnepr,  Normaͤnnischslavische
Fürstenthümer,  oder  wie  man  noch  bestimmter  hier  sagen
muß,  Waͤringischslavische  Staaten.  Denn  wie  jene
Abentheurer  in  Deutschland,  Frankreich  und  Italien  din
Namen  Normänner  trugen,  so  war  hier  im  Slavenlande
ihr  Name  Wäringer.
«  Woher  aber  der  Name  Russen  entstanden,  ob  er  urspruͤnglich
  irgend  einer  Parthie  der  Waͤringer  oder  irgend
einem  Slavischen  Stamme  zugehoͤrte,  oder  vielleicht,  durch
irgend  eine  zufällige  Verwechslung,  diesen  Wäringischslavischen
  Staaten  zugefallen,  ist  schwer  klar  zu  machen  und
schwer  zu  entscheiden.  Man  irrt  wohl  am  wenigsten,  wenn
man  ihn  als  den  Namen  eines  der  Hauptstämme  der
Wäringer  ansieht.  Die  herrschende  Parthie,  wenn  sie  schon
weit  nicht  die  zahlreichste  war,  gab  dem  Ganzen  den  Namen.
  So  entstund  also  der  Name  Rußland,  wie  ungefähr
der  Name  Frankreich  entstanden.

3.  Vor  allen  übrigen  Wäringern  aber  machte  Rurik
bohes  Glück.  Die  uneinigen  Slaven  in  Novghorod  hatten
ihn  und  seine  Brüder  Sineus  und  Truwor  vielleicht  bloß
zur  Hülfe,  vielleicht,  weil  bei  großen  inneren  Zwisten  keine
Hülfe  mehr  nötzen  konnte,  als  Försten  herbeigerufen.

#S60  Gleich  aber  zwei  Jahre  nach  ihrer  Ankunft  starben
6  schon  beide  letztere,  und  Rurik  blieb  allein  Herrscher.  Er
vertheilte,  wie  die  erobernden  Normänner  überall  gethan
haben,  und  wie  der  Chef  freier,  muthvoller  Männer,  der  bloß
der  erste  unter  seines  gleichen  ist,  wohl  gewöhnlich  zu  thun
pflegt,  er  vertheilte  dgs  Slavenland  und  vielleicht  auch  schon
manches  vom  ndrdlicher  gelegenen  Finnenlande,  so  weit  er
dieses  und  jenes  sich  unterwürfig  gemacht,  unter  seine  Freunde