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drungen,  denn  nicht  wohl  konnte  langehin  viel  Verkehr  mit
Constantinopel  seyn,  ohne  daß  sich  den  nächst  angraͤnzenden
Slavischen  Staͤmmen,  mit  Waaren  und  Luxus  und  Sitten
von  Constantinopel,  auch  etwas  der  herrschenden  Religion
mittheilte.  Sie  blendete  das  Auge  der  rohen  Barbaren  allein.
auch  schon  durch  den  Glanz  ihres  Gottesdiensis.

Doch  härtte  es  sich  langehin  verziehen  mögen,  bis  durch
Wirkungen  und  Verbindungen  dieser  Art,  und  was  etwa
noch  der  freiwillige  Missionarien-Eifer  dazu  gethan,  endlich
das  ganze  Volk  christianisirt  worden  wäre.  Aber  wenn  der
Fürst  selbst  übertrat,  ließen  sich  so  gleich  kausende  mit  ihm
taufen,  und  die  Regierung  selbst  machte  alsdenn  recht  wirksame
  Anstalten,  daß  viele  Kapellen  und  Kirchen  gebaut,
und  viele  Klbster  errichtet  wurden.

8.  Mit  dem  Christianismus  aber  kam  Schreibekunst
und  sowohl  gesellschaftliche  als  wissenschaftliche  Kultur  vielfacher
  Art,  die  so  geringe  sie  erst  seyn  mochte,  ein  lebensvoller
  Keim  war,  der  nie  mehr  ganz  erstarb.  Freilich  ein
großes  Unglück  daß  nicht  die  Rômische,  sondern  die  Griechische
  Religion  National-Religion  wurde.  Denn  das  Occidentalische
  Mönchswesen  war  der  Landes=  und  National-Kultur
  viel,  günstiger  als  das  Oritentalische,  und  selbst  der
Dominat  des  Pabsts,  je  mehr  er  alle  Länder  zu  einer  recht
innig  verbundenen  geistlichen  Monarchie  zu  vercinigen  suchte,
war  dem  Voͤlkerverkehr  und  auch  der  Kultur  und  besseren
Staaten=  Organisation  viel  vortheilhafter  als  die  losere  Grie—
chische  Hierarchie.

Was  eutbehrten  nicht  überdies  die  Länder  Griechischer
Religion,  daß  kein  Rdmisches  Recht  bei  ihnen  eindrang  oder
einzudringen  suchte,  und  daß  nicht  das  canonische  Rechr,
wie  es  sich  im  Mittelalter  vom  cultivirten  Italien  aus  bil-