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dete,  auch  auf  ihre  Verfassungen  und  Nationalzustand  wirken
  konnte!  Zwar  scheint  es,  als  ob  eben  daher  ihr  Kulturgang
  in  seiner  Individuglität  ungestörter  geblieben,  und
vielleicht  nur  langsamer  zu  seinem  Ziele  gekommen;  allein,
wenn  es  irgend  einen  Maaßstab  der  Kultur  gicbt,  so  zeigt
die  ganze  Geschichte  des  Europäischen  Mittelalters  fast  unverkennbar,
  daß  wo  Hülfsmittel  jener  Art  nicht  wirkten,  da
blieb  der  ganze  National-Zustand  in  einem  unglücklichen  Zustande
  von  Vegetirung.

Welch  ein  Gewinn  wäre  es  auch  nicht  für  den  Historiker,
  wenn  die  Schenfungen  pro  redemtione  arimae  und
pro  remedio  peccatorum  in  der  Griechischen  Kirche  eben  so
sehr  dogmatische  Sitte  und  Nothwendigkeit  gewesen  wären,
als  in  der  Römischkatholischen!

581#  9.  Umfang  des  Reichs  unter  Wladimir  dem  Gro-FFZen,

  der  nicht  nur  den  Landes-Antheil  seiner  Brüder  mit
seinem  Antheil  wieder  vereinte,  sondern  auch  mit  seltener
Kraft  und  gleich  seltenem  Glück  allen  umliegenden  Völkern
sich  furchtbar  machte,  Sein  Reich  erstreckte  sich  den  ganzen
Dnepr  hinauf  und  bis  zum  Ladoga-See  hin  und  bis  an  die
Ufer  der  Düng.

Unmoglich  konnte  aber  ein  Reich  dieser  Art  vereinigt
bleiben,  denn  nur  der  Druck  einer  stetwirkenden  Erobe—
rers-Kraft  konnte  damals  eine  Ländermasse  dieser  Art  vereinigt
  erhalten.  Wohl  hätte  also  Wladimir  bei  seinem

1015  Tode  sein  Reich  unter  seine  zwölf  Söhne  theilen  mögen,
wenn  er  nur  böllig  getheilt  härte.  Das  Unglück  war,  daß
die  getheilten  Fürstenthumer  unter  einem  Großfürstenthum
vereinigt  seyn  sollten,  dessen  Sig  erst  zu  Kiew  war,  und

1158  späterhin  zu  Wladimir  entstund.  Ein  Zusammenhang,
der  zu  lose  war,  um  als  eine  Macht  gegen  auswürtige