344

don  Sokol  machte,  sondern  den  Zaar  selbst  angriff,  auch

die  Polnischen  Truppen  bei  Clusin  uͤber  die  Schwedischen
1610  Hülfsvölker  siegten,  so  hatte  Schniskoi  nur  zwischen  der
Ju.  Mönchskutte  und  dem  Tode  die  Wahl.

14.  Fast  drei  Jahre  lang  hatte  das  Rrich  keinen  Herrn,
denn  in  Moskau  hauseten  zwar  die  Polen,  aber  das  Reich
selbst  wurde  von  Polen  und  Schweden  und  einheimischen
Partheien  zerrüttet.  Erst  hatten  sich  die  Russischen  Großen
die  Wahl  des  Polnischen  Prinzen  Wladislav  ziemlich  ein-16

  10  müthig  gefallen  lassen,  allein  er  selbst  kam  nicht,  und  seine

V  Polen  verfuhren  in  Meskau  so  ungescheut  mit  den  wildesten
Plünderungen,  daß  das  gedultigste  Volk  die  Gränze  seiner
Gedult  entdeckt  hätte.  Sie  schienen  aber  leider  nicht  leicht
vertrieben  werden  zu  können,  denn  der  Kreml  diente  ihnen
zur  Citadelle.  Die  Novghoroder  aber  wollten  einen  Schwe,
dischen  Prinzen  zu  ihrem  Zaar  haben,  weil  doch  einmal  ihre
Stadt  von  den  Schweden  besetzt  war.  Allein  auch  die
Schweden  wollten  nicht  —  einen  ihrer  Prinzen  versorgt  sehen,
  sondern  auf  Kosten  der  Moskowiter  groß  werden.

15.  Patriotische  Vereinigung  mehrerer  Russen.  Die

1612  Polnische  Besatzung  im  Kreml  muß  sich  nach  einer  langen

er.  Bloguade  aus  Mangel  von  Lebensmitteln  ergeben,  und  ein
neuer  Zaar  wird  gewählt,  wie  schwerlich  je  noch  eine  Wahl
war.

Nach  allen  Stödten  ergiengen  Ausschreiben,  daß  Deputirte
  des  Clerus,  des  Adels  und  der  Bürgerschaft  zur  neuen
Wahl  nach  Moskau  kommen  sollten.  Eben  deßwegen  verzog
es  sich  auch  fast  zwölf  Wochen  lang,  bis  die  Wahl  end-1613

  lich  erfolgte.  Sie  fiel  einmüthig  auf  den  jungen,  Ijäh-21-
  rigen  Michael  Fedrowitsch  Romanow,  der  damals

Febr.
mit  seiner  Mutter  in  einem  Kloster  zu  Costroma  lebte,  und