nen  Tod  bei  eben  denselben  Mitteln  der  Cultur,  die  ihm  sein
guter  Genius  als  die  eilzig  brauchbaren  für  ihn  gezeigt  hatte.
Nicht  Bücherlesen,  sondern  Reisen  und  trautester  Umgang  mit
Munschen  aller  Art  und  eigenes  Erperimentiren.

Man  hat  ihm  vorgeworfen,  daß  er  Aueländer  zu  sehr  begünstigt,
  und  fremden  Projeckmachern  gar  zu  leicht  Glauben
geseben.  Aber  wer  weiß,  wie  stark  die  fremde  Masse  nothwendig
  seyn  mußte,  durch  die  er  endlich  die  siockenden  Säfte
seiner  Nation  in  Umlauf  zu  bringen  vermochte?

Und  so  gern  er  auch  fremde  Projectmacher  anhbrte,  so  erklärte
  er  doch  selbst,  daß  er  kaum  auf  zwoͤlf  derselben  einen
ehrlichen  Mann  rechne;  allein  auch  nur  diesen  zwölften  zu  finden,
  hielt  er  eines  zwölffachen  Versuchs  werth.  Ueberdieß
blieb  er  meist  dem  Grundsatze  treu,  in  allen  Departements  die
ersten  Nominal-Stellen  angesehenen  Russischen  Herrn  zu  geben,
  und  nur  die  des  zweiten  Rangs,  die  freilich  oft  der  Wirksamkeit
  nach  die  wichtigsten  seyn  mochten,  blieben  den  Ausländern.


Man  hat  geglaubt,  daß  eine  langsamere  und  mildere
National.  Reformation,  die  mehr  von  unten  herauf  vorbereitet,
  als  ron  oben  herab  befohlen  worden  wäre,  weit  gründlichere
  Wirkungen  hervorgebracht  haben  würde;  aber  Peter,  der
sein  Volk  wohl  kannte,  weil  er  sich  selbst  auch  kannte,  scheint
am  besten  gewußt  zu  haben,  wie  die  Rüssen  seiner  Zeit  resormirt
  werden  mußten,  wenn  sie  je  reformirt  werden  sollten.

Selbst  seine  Kriege  waren  ein  Haupttheil  dieses  wohlüberdachten
  Reformations-  Plans.  Er  fieng  sie  nicht  bloß
deßwegen  an,  um  Land  und  Seehäfen  an  der  Ostsee  und  an
den  Küsten  des  schwarzen  und  Caspischen  Mceres  zu  erhalten,
sondern  eine  National-Masse  in  Schwung  zu  setzen,  auf  die
gewiß  Agitationen  dieser  Art  weit  schneller  und  sicherer  wir-