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und  Ingermannland,  nebst  Wiburgslehn  und  einem
  Theil  von  Carelen.
Aeltere  Geschichte  dieser  Provinzen  des  Russischen  Reichs.

Das  Land  war  in  den  frühesten  Zeiten  mit  Finnen,  zu
welchem  Stamme  auch  Esten  und  Liven  gehörten,  und  mit  Letten
  besetzt,  die  man,  wie  Litthauer  und  Preußen,  als  einen
der  halbwilden  Zweige  des  großen  Slavischen  Stamms  ansehen
kann.  Deutsche  sind  erst  in  der  letzteren  Hälfte  des  zwölften
  Jahrhunderts  hieher  gekommen.

Bremische  Kaufleute,  die  nach  Wisby  auf  Gothland,  einem
damals  sehr  berühmten  Handelsplatz,  schiffen  wollten,  wurden
1138.  vom  Sturm  nach  der  Küste  getrieben,  wo  sich  die  Düna
ins  Meer  ergießt.  Sie  fiengen  an,  mit  den  dortigen  Wilden
zu  handeln,  und  suchten  auch  Christliche  Religion  unter  ihnen
auczubreiten.  Ein  Mönch  aus  dem  Holsteinischen  Kloster  Segeberg
  wurde  der  erste  Bischof  Livlands,  und  das  Schloß  Urkull
war  sein  Sitz.  Wie  sein  Nachfolger  Berthold  das  Christenthum
  mit  den  Wafsfen  ausbreiten  wollte,  fielen  die  Wilden  über
die  Missionarien  her,  und  ermordeten  den  größten  Theil  derselben.


Erst  der  dritte  Bischof  Albrecht,  der  mit  einem  neuen  Zug
von  Kreutfahrern  nach  der  Düna  kam,  legte  wieder  einen  sicheren
  Grund.  Er  hat  auch  1200.  Riga  gebaut,  und  dorthin  den
Sitz  seines  Bisthums  verlegt;  den  Orden  der  Schwerdritter
1201.  gestiftet,  und  ein  Drittheil  der  Eroberungen,  die  er  machen
  würde,  demselben  überlassen.  Um  den  Wilden,  die  sich
verzweifelungsvoll  wehrten,  gewachsen  zu  seyn,  vereinigten  sich
diese  Ritter  1237.  mit  den  Deutschherrn.  Beide  Orden  stunden
seitdem  unter  einem  Oberhaupt,  aber  Livland  behielt  doch  unter
  seinem  Heer-Meister  seine  besondere  Regierung,  und  machite
auch  für  sich  seine  eigenen  Erwerbungen.

Sie  eroberten  also  unter  einem  steten  hartnäckigen  Kampf  mit
Russen  und  Litthauern  und  den  alten  Landeseinwohnern,  Curland
  und  Semgallien,  und  kauften  1345.  Esthland  vom  König
von  Dänmark;  die  Dänen  hatten  nemlich  durch  manchen  Kreuz
zug,  den  sie  zu  Ende  des  zwölften  Jahrhunderts  nach  dieser
Küste  gemacht,  endlich  1219.  dieses  Land  erobert.  Seit  aber
der  Orden  nun  auch  Esthland  vollends  erworben,  so  führte  er