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balten,  als  die  selnige  war?  Cultur  und  Aufklärung  des  Landes
  mochten  unter  ihm  gedeihen,  aber  nicht  die  Freiheit.  Auch
für  die  Justiz  im  Lande  selbst  wurde  durch  Errichtung
eines  Tribunals  gleich  so  gesorgt,  daß  man  die  Pol=  1657
nische  Instanz  nicht  mehr  vermißte,  allein  der  Adel  konnte
doch  seine  Polnische  Unabhängigkeit  schwer  vergessen.

16.  Endlich  kam  die  Huldigung  zu  Stande;  1663
aber  der  Obriste  und  Amtshauptmann  von  Kalkstein  mußte  EW
noch  acht  Jahre  nachher  als  Gegner  der  Seuverainctät  zu
Memel  auf  dem  Schaffot  sterben.  Ein  Glück  für  den  Cyurfürsten,
  daß  seine  Gesandte  in  Warschau  die  Polen  gerade
so  zu  behandeln  verstunden,  wie  man  dort  allein  wirken
konnte,  und  daß  nie  eine  Coalition  zwischen  Polen  und
Schweden  zu  fürchten  war.  Dies  lernte  Friederich  Wilhelm
  als  einen  recht  großen  Vortheil  schätzen,  da  ihm  Ludwig
  XIV.  in  Pommern  und  Preußen,  einen  Schwedi=  1678
schen  Krieg  erregte.  «

17.  Wie  nach  und  nach  die  alte  Aristokratie  des  Landes
  aufgeloͤst  worden  sey,  braucht  man  kaum  zu  fragen,
wenn  man  auch  nur  die  allgemeine  Geschichte  des  groten
Churfürsien  und  seines  Sohnes  des  ersten  Königs  weiß.  Die
Nachwelt  vergaß  gern  ihrer  alten  Privilegien  und  der  ebemaligen
  ständischen  Freiheiten,  weil  die  Regenten  kraftvolle
und  gute  Menschen  waren,  die  Regierung  gerecht  und  gemeinnützig
  sich  zeigte,  und  der  Adel  unter  der  zahlreichen
Armee  seine  Versorgung  fand.

18.  König  in  Preußen.  So  schien  es  damals  vor-  *
erst  mehr  wahr,  als  König  von  Prcußen.  *

Doch  seit  daß  Kon.  Friederich  II.  auch  ganz  Polnisch=  17z7
Preußen,  Danzig  und  Thorn  ausgenommen,  nebst  einem
schonen  District  von  Grotpolen  bis  an  die  Notze  hinwegge-