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4.  Zwar  erhuh  sich  endlich  am  Mälarsee  ein  großer
Stammchef,  der  weit  und  breit  umher  mehrere  andere
Stämme  und  Stammchefs  sich  unterwürfig  machte;  doch
ward  auch  hier  keine  Unterwürfigkeit  zu  jedem  Recht  und
jeder  Gewaltthat.  Es  war  kein  schnelles  Zusammenschmelzen
zu  einer  Masse,  wie  Chlodowig  der  Franke  gethan,  da  er
alle  übrigen  Fränkischen  Stammfürsten,  die  sich  unter  ihm
zur  Eroberung  von  Gallien  vereinigt  hatten,  treulos  ermorden
  ließ.  Hier  behielt,  noch  langehin  auch  nach  der  Vereinigung,
  jeder  Stammchef  auch  sein  Recht  über  seinen
Stamm,  und  auch  in  seinem  Stamme  selbst  oder  unter  den
mehreren,  die  er  sich  unterwürfig  gemacht,  galt  und  blieb
das  Recht  der  einzelnen  großen  Familienhäupter  oder  kleineren
  Chefs,  so  daß  es  mehr  nur  Conföderation  unter  einem
Oberhaupt,  als  —  König  und  Königreich  zu  seyn  schien.

Ohnedies  hatten  die  Sueonen  ihr  eigenes  Confödera--tions=
  System,  und  eben  so  auch  die  Gothen,  daß  also
langehin  nicht  einmal  alle  hier  wohnenden  Germanischen
Stämme  in  einer  Confdderation  sich  vereinigten.  Nie  wäre
auch  wohl  nur  ein  Conföderations-System  dieser  Art  entstanden,
  wenn  nicht  eben  so  starke  religibse  als  politische
Anziehungs-Puncte  gewirkt  hätten.  Zu  Upsala,  wo  der
Oberkönig  wohnte,  war  auch  ein  Hauptsitz  der  National=Religion.


5.  Gewiß  ist  nicht  eher  ein  recht  wirksames  Ferment
unter  diese  Horden  gekommen,  keine  wahre  Verwandlung  ihres
  ganzen  Zustandes  hat  eher  angefangen,  als  bis  hier  endlich
  Christliche  Religion  mächtig  einbrach,  und  zuletzt  eine
Christliche  Kirche  und  Hierarchie  entstund.  Es  hat  aber  lange
Feit  erfodert,  bis  jene  zur  siegreichen  Herrschaft  kam,  und