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hatte,  und  ohne  Einführung  der  Christlichen  Religion  vielleicht
  nie  großen  Spielraum  gewonnen  haben  würde.

Bis  dahin  hatte  nämlich  jeder  freie  Mann  gegolten,
was  ihn  sein  Verstand  und  sein  Arm  und  sein  Schwerdt
gelten  ließen,  und  nur  dem  unfreien  Manne  war  nicht  erlaubt
  gewesen,  Wehr  und  Waffen  zu  führen.  Jetzt  aber
schien  die  Nation  nicht  milde  und  gesittet  werden  zu  können,
so  lang  noch  jeder  freie  Mann  überall  bewaffnet  gieng,  und
des  Blutvergießens  schien  kein  Ende  zu  seyn,  wenn  bei  allen
gerichtlichen  Zusammenkünften  und  bei  allen  Gelagen  der
Freude  jeder  freie  Mann  sein  Schwerdt  zur.  Seite  hatte.
Was  also  ehedem  ihrer  aller  Sccht  gewesen,  das  ward  bald
nur  Vorzug  einiger  wenigen,  denen  es.  der  König  ausdrücklich
  verwilligte,  und  djeser  ihr  Vorzug,  der,  seiner  ganzen
Natur  nach,  bloß  pershnlich  seyn  konnte,  wurde  in  kurzem
ein  Erbe  der  Söhne  und  Nachkommen.

So  verloren  denn  also  die  übrigen  freien  Männer  des
Landes  offenbar  an  Freiheit  und  an  gesellschaftlichem  Werth,
und  da  sich  einmal  nach  Veranlassungen  dieser  Art  eigene
Menschen-Classen  im  Staat  zu  bilden  anfiengen,  so  konnte
es  auch  nicht  unerwartet  seyn,  daß  der,  so  ein  Pferd  zu
nähren  im  Stande  war,  und  dem  König  zu  Pferd  zu  dienen
  vermochte,  noch  höheren  gesellschaftlichen  Werth  erhielt,
als  der,  so  bloß  sein  Schwerdt  hatte.  Jetzt  theilten  sich
also  die  freien  Männer  des  Landes  in  drei,  dem  Werthe  nach
sehr  verschiedene  Classen.

10.  Doch  die  nachtheiligste  Folge  der  neuen  Religion
und  Kirchen-Verfassung  war,  daß  statt  durch  sie  in  andern
Laͤndern  die  Einheit  des  Reichs  befoͤrdert  wurde,  so  entstund
bier  ein  gefährliches  politisches  Schisma.  Die  Narion  theilte
sich  in  zwei  Factionen,  und  zwei  Familien  kämpften  mit