„434

haͤtten  geben  koͤnnen;  aber  einer  unklugen  jungen  Verschwenderink,
  wie  Christine  war,  konnte  nichts  zum  sicheren  Gewinn
  werden.  Sie  verschenkte  die  schonsten  Kron-Güter,
und  gab  ihnen  überdies  noch  die  Freiheiten,  die  bloß  den
Frei-Gütern  gehörten.  Sie  tilgte  Geld=  Schulden  mit  Abtretung
  liegender  Gründe,  und  verkaufte  endlich  auch  für  eine
Million  Reichsthaler  Kron=  und  Skattehemmans.

Welcher  harte  Finanzdruck  mußte  also  nicht  auf  Bürger
und  Bauern  sallen,  da  das  Kron-Domanium  so  abnahm
und  der  Frei-Güter  immer  mehrere  wurden?  Uceberdies  war
bei  der  Bestätigung  der  Adels-Privilegien,  die  sie  als  selbst-1644

  regierende  Königinn  ausstellte,  neu  hinzugesetzt  worben,  kein
Unedler  (Wanbördig)  sollte  dem  Adel  bei  Vergebung  der
Aemter  und  Bedienungen  vorgezogen  werden.  Sechs  Jahre
nachher  gab  man  aber  endlich  doch  dem  Worte  Wanbördig
  eine  Erklärung,  daß  es  sich  nicht  auf  die  Geburt  sondern
  auf  Betragen  und  Charakter  beziehen  solle.

6.  Die  größte  Wohlthat,  die  sie  ihrer  Nation  erwies,

1634  war  die  Niederlegung  der  Regierung,  und  hier  allein
traf  das  Wohl  des  Reichs  mit  der  Befriedigung  ihrer  Eitelkeit
  zusammen.

Karl  Gustav  1654—060o.
geb.  1622.1  24.  Nov.
verm.  1654.  mit  der  Holst.  Gott.  Prinzessinn  Hedwig  Eleon.
st.  1660.  23.  Febr.

Memoires  du  Chev.  de  Terlon,  pour  rendre  compte  do
scs  negociations  depuis  1656.  jusqu'  à  1661.  Paris  1681.
2  Voll.  12.

Sam.  Pufendorfi  L.  VII.  de  rebus  gestis  Caroli  Gustavi-Norimb.
  1606.  fol.  Auch  in  diesem  Werk  bekümmert  sich  der
Verfalser  wenig  um  innere  Reichs-Sachen.