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I.  Urstamm  der  Einwohner  Deutsche.  Dies  maͤchtige
Geschlecht  ließ  bloß  hoch  oben  im  Norden,  an  den  dußersten
Gränzen  von  Norwegen,  den  Finnen  noch  einigen  Spielraum;
  alles  öbrige  Land  gehörre  sein,  und  die  hohe  Kraft
desselben,  mit  der  der  Rdmer  am  Rhein  und  an  der  Donau
oft  unglücklich  rang,  schien  jenseits  der  Eider  bis  hoch  oben
hinauf  nach  Norden  noch  furchtbarer  zu  werden.  So  liegts
auch  in  der  Natur,  daß  Menschen,  die  sich  vom  Meere  nähren,
  viel  muthvoller  und  kühner  sind,  als  die,  denen  Land
und  Wald  ihr  Brod  giebt.  Je  stürmischer  auch  das  Meer
war,  das  diese  Insulaner  und  die,  die  noch  höher  nach  Nor-=den
  hinauf  als  sie  wohnten,  täglich  zu  befahren  hatten,  desto
vertrauter  wurden  sie  mit  den  größten  Gefahren,  und  desto
leichter  fanden  sie  auch  die  gewagtesten  Unternehmungen.

2.  So  viel  aber  der  Sagen  und  Muthmas#ungen  sind,
welche  Wanderungen  und  Revolutionen  schon  vor  mehr  als
achtzehn  Jahrhunderten  hier  gewesen  seyn  sollen,  so  wenig
sind  doch  bis  jetzt  noch,  sichere  Geschicht-Materialien  aus
dem  Dunkel  jener  Zeiten  herauszufinden.  Denn  wie  viel
muß  sich  nicht,  auch  noch  in  der  neuesten  Erzählungs-Form
der  Geschichte  Othins  ändern,  bis  sie  endlich  auch  durch  250
innere  Wahrscheinlichkeit  und  historische  Analogie  sich  emepfichlt?


3.  Erst  wie  die  große  Römer-Macht  ganz  zu  zerfallen
anfieng,  da  ward  endlich  auch  im  Süden  der  Name  von
Dänen  und  Normännern  genannt,  weil  manche  dieser
Seehelden  jetzt  auch  an  solchen  Küsten  und  Mündungen  landeren,
  die  ehedem  durch  Roͤmische  Wachschiffe  geschützt  waren.
  Doch  war's  langehin  nur  ein  Namennennen  und  nur

eine  flüchtige,  ungewisse  Kunde,