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und  auf  dem  neuentdeckten  Lande  sich  niederließ,  so  gieng
auch  dorthin  der  Missionen-Eifer.

9.  Mit  dem  Christenthum  kam  aber  auch  hier,  wie
uͤberall,  viel  neues  und  gutes,  was,  wenn  es  endlich  nach
Jahrhunderten  reif  wurde,  eine  vbllige  Metamorphose
des  Landes  und  der  Nation  hervorbringen  konnte.  Die  neuen
Priester  brachten  Schreibekunst  mit,  wie  man  sie  bisher
nicht  gekannt  hatte.  Sie  brachten  einen  Glauben  mit,  der
ganz  andere  Begriffe  vom  Menschen-Werth  gab,  als  die
seeräuberischen  Dänen  haben  konnten,  die  Menschen  als
Waare  ansahen.  Nur  entstund  durch  eine  seltsame  Verbindung
  der  Zeiten  und  Dinge,  gerade  in  eben  der  Periode,  da
Christliche  Religion  anfieng,  recht  triumphirend  zu  werden,
also  gerade  zu  Canuts  des  Großen  Zeit,  auch  hier  im  Lande
ein  Lehen.  System,  das  wieder  auf  neue,  nachtheilige  Elassificirungen
  der  Menschen  fährte.

Anlagen  zu  diesem  System  mögen  zwar  wohl  schon  mehr
denn  ein  Jahrhundert  vorher  gewesen  seyn.  Denn  unter  einem
  so  kriegerischen  Volk,  als  dieses  war,  und  wo  wie  hier
die  Sklaven  zum  Landbau  gebraucht  wurden,  mußte  nothwendig,
  so  bald  sich  der  Landbau  recht  zu  heben  anfieng,
etwas  analoges  entstehen.  Auch  mag  es  eine  höchst  nachtheilige
  Veränderung  unter  den  Besitzern  des  Grundeigenthums
  veranlaßt  haben,  wie  Kön.  Suen  (985  —  1014)  den
Toͤchtern,  die  vorher  nie  geerbt  hatten,  das  Recht  zu  erben
einräumte;  doch  hat  offenbar  Canut  der  Große,  dem.die  Einrichtungen,
  die  er  in  England  fand,  gefallen  haben  mochten,
zur  Ausbildung  desselben  das  meiste  beigetragen.  Denn  —
Anzahl  seiner  Hofkrieger  war  wohl  viel  größer  als  die  seines
Vaters,  und  er  lohnte  ihnen  nicht  bloß  mit  einem  Antheil
von  Beute,  sondern  mit  Stücken  seines  Domainen-Eigen-Spittler's

  sämmtl.  Werke  IV.  Bd.  30