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bei  denen  der  Adel  uͤberhaupt  nichts  gewann,  sondern  bloß
einige  große  Aristokraten  dieses  Corps  noch  mehr  Macht  erhielten.


43.  Dies  befoͤrderte  also  das  Schisma  unter  dem  Adel
noch  weit  mehr,  und  die  Königinn  konnte  gewiß  auf  eine
große  Hülfsparthie  unter  dem  Adel  selbst  zählen,  wie  sie  den
siolzen  Graf  Ulfeld  stürzte.  Der  schändliche  Proceß,  den
Dina  Schuhmacher  und  der  geheime  Rath  Walter  erregt
hatten,  endigte  sich  zwar  ganz  zur  Ehre  des  Grafen,  aber  er
sah  doch  sein  Ansehen  mit  jedem  Tage  mehr  sinken,  und
glaubte  endlich  selbst  auch,  durch  eine  Flucht  aus  dem  Reich
seine  persönliche  Sicherheit  suchen  zu  müssen,  um  alsdenn  (651
durch  Correspondenz  und  zurückgelassene  Anhänger  im  Reich  Inl.
desto  zuverläßiger  alles  auszurichten.  Allein  auf  seine  Flucht
folgte  unmittelbar  der  Sturz  seiner  ganzen  Parthie.

44.  Krieg  mit  Kön.  Karl  Gustav  von  Schwe'téz
den,  von  den  Dänen  aus  Eroberungslust  angefangen.  Man
glaubte  nicht,  daß  die  Schweden  den  Krieg  in  Polen  und
in  Dänmark  zugleich  führen  könnten.  Hoͤchst  unerwartetes
Erscheinen  Karl  Gustavs  auf  Fühnen  und  Seeland.

Roeskilder  Friede.  Dänmark  verlor  Schonen,  Ble-  1658
ckingen,  Bahus,  Drontheim,  Bornholm  und  das  Eigenthumgebr.
von  Halland.  Auch  Ulfeld  hätte  mit  den  Genugthuungen,
die  er  in  diesem  Frieden  erhielt,  zufrieden  sepn  können;  doch
hatte  er  wohl  nicht  wenig  Antheil  am  Ausbruch  des  7658
zweiten  Schwedischen  Kriegs.  Aug.

45.  Karl  Gustavs  Belagerung  von  Coppenhagen.  Der
Muth  der  Königinn,  die  Tapferkeit  der  Bürgerschaft,  die
gewiß  hier  Adelsrechte  wohl  verdient  erwarb,  und  der
Sieg  der  Niederländischen  Flotte  über  die  Schwedische,  retteten
  die  Stadt  und  mit  ihr  das  ganze  Reich.  Auch  die

Spittlers  simmtl.  Werke  IV.  Bd.  31