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Sorge  des  juͤngeren  Bruders  ruhig  uͤberlassen  wollte,  wie  er
für  seine  schon  zahlreich  gewordene  Familie  auch  bei  der
Hälfte  des  verschuldeten  Fürstenthums  Lüneburg  sein  Auskommen
  finden  möchte.  Nach  einem  recht  beftigen  Jwiste,
bei  welchem  die  Gemahlin  des  jüngeren  Bruders  für  die
künftige  Versorgung  ihrer  Kinder  thätigst  bekümmert  sich
zeigte,  wurde  endlich  ein  Vergleich  geschlossen  *),  der  zwar
zum  ausseren  Frieden  aber  nicht  zur  brüderlichen  Vereinigung
  führen  konnte,  und  selbst  auch  nur  so  lange  den  äusseren
  Frieden  erhielt,  bis  der  neuverheurathete  ältere  Vruder
auch  auf  seiner  Söhne  Versorgung  aufmerksam  zu  werden
anfieng,  und  das  Augedenken  des  verlorenen  lebhafter  wurde
als  der  frohe  Genuß  des  gewonnenen.

Nichts  schien  auch  die  Söhne  des  älteren  Bruders
einst  noch  entschädigen  zu  können,  als  gerade  der  Fall,  der
sich  nun  bei  dem  Aussterben  des  Braunschweigischen  Hauses
ereignete,  denn  künftige  Erbfälle  harte  sich  ihr  Vater  Henrich
  feierlich  vorbehalten,  und  die  frohe  Aussicht  schien  nicht
fehlen  zu  können,  daß  sie  nun  endlich  aus  appanagirten
Minzen,  die  von  den  Dannebergischen  Aemtern  leben  sollten,
selbstregierende  Fuͤrsten  in  Wolfenbuͤttel  oder  Calenberg  oder
wohl  gar  in  Calenberg  und  Wolfenbuͤttel  werden  könnten.

Schwerlich  härte  Prinz  August,  so  hieß  der  jängere  der

*)  (.  Bellage  n.  I.  Da  bisber  keiner  der  beiben  wichtigen  Verträge,
  wodurch  ssch  die  heutige  Wolfenbüttelicsche  (ehedem
  Dannebergische)  Linie  von  der  heutigen  Hannoverschen
  (damals  Zellischen)  Linie  schied,  im  Druck  erschienen
ist,  und  beide  Verträge  das  erste  Fundamentaldatum  der  neueren
  Braunschweigischen  Geschichte  ausmachen,  so  habe  ich  beide
den  von  1569  und  den  von  1592  in  den  Beilagen  abdrucken
lassen.