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Vor  dem  Ausbruche  des  Kriegs  war  die  Buͤrgerschaft
wenigstens  tausend  Mann  stark  gewesen;  kaum  waren  ihrer
damals  noch  500;  selbst  die  grosse  Anzahl  der  Wittwen  hinzugerechnet,
  die  doch  wohl  auf  einige  Schonung  gerechtesten
Anspruch  machen  konnten  ).  Kaum  waren  in  der  ganzen
ersten  Stadt  des  Fürstenthums  400  Häuser  noch  bewohnt,
über  150  Häuser  waren  vollig  niedergerissen,  ein  Drittheil
jener  500  Bürger  so  blutarm,  daß  die  Strohhütte,  in  welcher
  der  Bürger  wohnte,  wenn  sie  nicht  auders  schon  ver-Ppfändet
  gewesen,  sein  einziger  und  größter  Reichthum  war.
Kaum  war  noch  die  Hälfte  der  Stadt  bewohnt  29),  und
die  noch  mehr  als  zur  Hälfte  verringerte  Bürgerschaft  hatte
alles  Gewerbe  und  Nahrung  verloren.  Wenn  ehedem  den
Brauer  wohl  fünfmal  des  Jahrs  das  Loos  traf,  so  wars  itzt
ein  seegenvolles,  glückliches  Jahr,  in  welchem  er  einen  vollen
  Brau  thun  konnte.  Und  da  das  Brauen  zu  feilem  Kaufe
auf  den  umliegenden  Gütern  des  grossen,  reichen  Adels  immer
  mehr  in  Schwung  kam,  so  verlor  der  Städter  den  einzigen
  Zweig  seiner  Nahrung,  dessen  alleinigen  Besitz  zu  behaupten
  so  manches  äaltere  und  neuere  Privilegium  vom  Landesherrn
  erhalten  worden  war.  Schon  vor  dem  Ausbruchedes
  Krieges  war  die  Stadtcasse  über  100,000  Th.  schuldig
gewesen.  Die  schuldig  gebliebenen  Zinsen,  welche  nach  und
nach  diesem  Kapital  zuwuchsen,  waren  fast  eben  so  hoch  gestiegen,
  als  die  Schuld  selbst  war  ?759).  Nun  hatten  Ma-6)

  s.  Vorstell.  der  grossen  Städte  21.  Nov.  1636  und  die  auf  dem
Landtage  M.  Jul.  1642  übergebene  Speciftication  der  Göttingischen
  Deputirten,  zu  deren  Beschwörung  sie  sich  erboten.

**)  s.  Iustrukrion  für  die  Görtingische  Deputirte  auf  dem  landständischen
  Convent  zu  Eimbek  M.  Aug.  1637.

*###)  s.  Memor.  der  Stadt  Göttingen  an  H.  Georg  9.  Nov.  1039.