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worden.  Ein  reicher  Adel  war  die  sicherste  Schutzwehr  der
allgemeinen  Freiheiten  des  Landes,  und  der  Bürger,  der
nicht  ruhen  wollte,  bis  er  sich  dem  mächtigen  wohlhabenden
Nitter  gleich  gesetzt  sah,  vergaß  vielleicht  zum  eigenen  Schaden
seiner  Enkel,  daß  Zeiten  noch  kommen  könnten,  da  Freiheit
des  Landes  und  selbst  auch  Rettung  des  Bürgerstandes  auf
dem  ungekränkten  Ansehen  des  Adels  beruhe.  Schon  schien
es  eine  Steuer  des  Ritters  zu  seyn,  was  der  Bauer  des
Ritters  dem  Landesherrn  bezahlen  mußte,  schon  schien  der
Roßdienst,  zu  welchem  der  Ritter  immer  verpflichtet  blieb,
mehr  als  Steuer  und  Contribution  zu  seyn,  schon  war  die
Bereitwilligkeit  zu  Schaafschatz  und  Scheffelschatz  ausgesprochen,
  und  die  dritte  Last,  welche  der  Bürgerstand  den
Rittern  zuwerfen  wollte,  die  auch  schon  allein  für  die  Ehre
des  Ritters  zu  kränkend  war,  fiel  endlich  so  drückend  auf
denselben,  daß  kein  Edelmann  mehr  auf  seinen  Gütern  leben,
kein  Junker  seinem  Stande  mehr  Ehre  machen  konnte.  Es
war  doch  kränkend  für  die  Ehre  des  Ritters,  daß  er  nicht
besser  seyn  sollte,  als  jeder  gemeine  Mann,  daß  er  Güter,
die  grossentheils  Lehengüter  waren,  neben  dem  daß  er
sein  Lehenpferd  gerüsiet  hielt,  fast  als  ob  sie  sein  Eigenthum
  wären,  versteuren  solltt.  Hohe  Lehenwaare  mußte
er  aufbringen,  so  oft  das  Lehen  aufs  neue  gemuthett
werden  sollte,  Schulden  der  Vorältern  lagen  auf  seinen
Gütern,  deren  Ertrag  durch  die  Verhecrungen  des  Kriegs
noch  weit  mehr  verringert  wurde  als  die  Nahrung  des
Börgers  und  der  leichter  besriedigte  Hausstand  des  Landmanns
  Noth  litt.  War's  denn  nicht  ungerecht,  daß  grosse
Verdiensie  der  Vorältern,  die  ehedem  den  Landesherrn  zu  lieb
Gut  und  Leben  gewagt  hatten,  sobald  sich  die  Zeiten  geändert
zu  haben  schienen,  so  bald  der.  Ritterdiensi  minder  nothwendig