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Der  Churfuͤrst  von  Sachsen  ermahnte  zum  Gehorsam  *),
der  alte  Herzog  Friedrich  von  Zelle  wuͤnschte  Ruhe,  selbst
August  von  Wolfenbuͤttel  suchte  Frieden,  und  Georg  allein,
dem  das  Bewußtseyn  seiner  Tapferkeit  ein  hoͤheres  Gefuͤhl
seiner  Fuͤrstenwuͤrde  gab,  widersetzte  sich  mit  einer  Entschlossenheit,
  die  man  in  Wien  schon  fuͤr  Kriegserklaͤrung  bielt.
Sein  Beispiel  war  gefährlich,  denn  es  gab  Muth.  Und  da
sich  die  Schwedische  Armee  damals  aus  Böhmen  hinweg
durch  Thüringen  nach  Niedersachsen  ziehen  mußte,  da  die

1640  liebevollesten  und  geschärftesten  Edicte  von  Wien  kamen,
mit  vereinigter  Macht  die  Schwedische  Armee  anzugreifen,
so  erklärten  sämmtliche  Prinzen  des  Löneburgischen  Hauses,
eine  Neutralität  behaupten  zu  wollen,  die
zwar  der  Kaiser,  der  jede  Neutralitär  für  eine  tückische  Kriegserklärung
  halte,  schwerlich  als  vollgültig  erkennen  werde,
deren  Behauptung  aber,  wenn  es  nöthig  sey,  selbst  mit
Schwedischer  Hölfe  ausgeführt  werden  mäßte.

Nun  erbitterte  ihn  nicht  Unrecht  allein,  wie  es  der  Kaiser
dem  Lüneburgischen  Hause  erwies,  sondern  deutscher  Muth  und
deutsches  Gefühl,  in  welchem  politische  Gedult  und  Freiheitsliebe
  bisher  sonderbar  vermischt  waren,  drangen  ihn  endlich
zu  einer  Erklärung,  die  man  kaum  noch  nach  voriger  Annahme
  des  Bragischen  Friedens  erwartet  haben  sollte.
Als  erste  Bedingung  jeder  künftigen  Friedensnegociation
forderte  nun  Herzog  Georg  eine  allgemeine  Amnestie.
Die  täuschende  Halbgnade  des  Kaisers  mißfiel  ihm.  Und
ob  er  schon  Trautmannsdorf  erklärte,  daß  er  lirber  dem

wissen  konnte,  und  sein  Canzler  Mithob  betheuerte  die  Nachricht
  s.  Pulendorf  l.  c.
*)  J.  J.  Mosers  Erläuter,  des  Westph.  Fr.  aus  RHN.  Handl.