65

peinvolles  Zaudern  des  Zweifels,  wenn  es  rings  um  sich  her
aller  Augen  auf  sich  gerichtet  sah,  und  wenigsteus  die  beschleunigtere
  Würkung  der  schon  lange  reifenden  Entschlossenheit
  des  Herzogs  seinen  Rathschlägen  zuschreiben  hörte.  Kaum
trat  ihm  selbst  auch  im  Geheimen  Narhe  Friedrich  Schenk
von  Winterstädt  mit  einigem  Eifer  bei,  so  gewiß  man
auch  den  feurigsten  Entschluß  gerade  von  dem  Manne  hätte
erwarten  sollen,  der  allein  unter  allen  Geheimen-Rätbhen  des
Herzogs  Soldat  war,  der  —  ein  unerhdrter  Fall!  —  keine
Pandekten  gehört  und  doch  Geheimer  Rath  geworden  war  *).
Es  war  ein  rührender  Auftritt  bei  der  großen  Zusammenkunft
  aller  Lüneburgischen  Prinzen  in  Peine,  da  nun
der  letzte  muthvolle  Entschluß  einer  Vereinigung  mit  den
Schweden  gefaßt  werden  sollte,  da  man  sich  unverweilt
entscheiden  mußte,  weil  die  kaiserliche  und  Schwedische  Armce

von  Soo  Kronen  sondern  auch  eine  fährliche  Pension.  1.  c.  p.
411.  §6.  46.  Eben  so  wurde  Herz.  Georgs  erster  General,
Gener.  Kilzing  durch  ein  Geschenk  von  15000  Kh.  das  ihm
Banner  machte,  gewonnen,  und  auch  Salvius  scheint  sich  noch
besonders  dankbar  gegen  ihn  erwiesen  zu  haben.  1.  c.  306,

*)  Frieder.  Schenk  von  Winterstädt  war  von  Suslzburg  im
Breiögan  gebürtig.  Sein  Vater  war  Badischer  Geh.  Rath  und
Obervogt  zu  Durlach.  Ausser  dem  Durlachischen  Gymnasium
hatte  er  keine  hohe  Schule  gesehen,  und  auch  das  Gpmnasium
mußte  er  als  ein  siebenzehnjähriger  Jüngling  verlassen.  Er
nahm  Dienste  unter  der  Uniongarmee,  und  da  diese  aus  einander
  gieng,  trat  er  in  Holländische  Dienste,  bis  er  sich  bald
nachher  unter  Mansfeld  weiter  versuchte  und  endlich  zu  den
Penetianern  kam.  Ich  weiß  nicht  wie  ihn  Herz.  Georg  lennen
lerute,  daß  er  ihn  1629,  da  Schenk  selbst  erst  27  Jahr  alt
war,  als  Hofmeister  zu  seinen  Söhnen  nahm.  Vier  Jahre
nachber  wurde  er  auf  Georgs  Empfeblung  Hauptmann  in
Gifborn,  und  von  hier  aus  rief  ihn  Georg  1639  als  geheimen
Cammerrath.

plitler’  fämmutiche  Werte.  VII.  Bd.  5