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den  Graͤnzen  des  Landes  sich  naͤherte.  Kein  Rath  wollte
votiren,  kein  Geheimer  Rath  mißbilligen,  kein  Geheimer
Rath  zurathen,  Gruͤnde  und  Gegengruͤnde  wurden  erwogen,
reiflich  alles  durchdisputirt,  Hoffnung  und  Furcht  wechselten
in  der  Versammlung,  aber  weil  das  ganze  Wohl  des  Vaterlandes
  auf  der  Wage  lag,  von  bewaffneter  Vertheidigung
gegen  den  Kaiser  die  Rede  war,  und  vielleicht  der  gänzliche
  Ruin  des  Lüneburgischen  Hauses  durch  einen  entschlußvollen
  Augenblick  veranlaßt  werden  konnte,  überliessen  sie
den  Fürsten  selbst  eine  Entscheidung,  die  keiner  aus  ibnen
allen  auf  seine  eigene  Einsicht  hin  wagte.  Selbst  da  sich  die
Armee  Herzog  Georgs  mit  der  Schwedischen  Armee  schon
vereiniget  hatte,  da  sich  schon  die  ersten  glücklichen  Folgen
dieser  Vereinigung  zu  zeigen  schienen,  da  selbst  auch  der
Kduig  von  Dänmark,  dessen  Einfluß  auf  die  Entschliessungen
  der  Lüneburgischen  Prinzen  so  groß  war,  den  endlich  gefaßren
  muthvollen  Entschluß  nicht  mißbilligte,  blieben  sämmtliche
  Geheime  Räthe  in  einer  Gleichmüthigkeit,  die  weder
durch  politische  Proßhezeiungen  eines  weiteren  glücklichen
Fortgangs  ermuntert  noch  durch  die  hoffnungslosen  Klagen
der  Landstände  gesidrt  wurde  2).

*)  Hieher  gehörk  die  Geschichte  des  Ausschußtages,  der  den  9.
Jul.  1640  in  Görtingen  gehalten  wurde.  Die  Landsüände  erklärten
  sich  bei  dieser  Versammlung  anfaugs  feierlich  gegen  die
Conjunction  mit  Schweden,  und  baten  den  Herzog,  Gnade  des
Kaisers  zu  suchen.  Canzler  Stuck  gerieth  darüber  in  änssersten
Unwillen.  Er  erklärte  den  Ständen  mit  aller  Emphase  eines
erzürnten  Ministers,  wie  wunderlich  ihr  ganzes  Betragen  sey.
Erst  bätten  sie  gerathen,  man  möchte  Neutralität  suchen,  wenn
auch  der  Kaiser  nicht  wolle,  nun  es  geschehen  sep,  nun  der  Unwillen
  des  Kaisers  dadurch  erregt  worden  sev.  nun  kein  anderer  Schutz
gegen  diese  Ungnade  möglich  sep,  als  daß  man  sich  mit  Banner
vereinige,  so  sprächen  sie  von  Suchung  der  kaiserlichen  Gnade.