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lernte  der  Calenbergische  Bauer  für  sich  noch  Sünden  und-Sirten
  aller  der  Welschen  Volker,  aus  deren  sonderbarstem-Zusammenflusse
  die  Armeen  der  Freunde  und  Feinde  damals:
bestunden.

Alle  Empfindung  von  Moralität  verschwand.  Grausamkeiten,
  wie  man  sie  bel  Croaten  und  Schweden  sah,  wurden.
herrschende  Sitte.  Und  die  unerhörteste  Bedrückung,  unter
welcher  Stadt=  und  Landvolk  unausgesetzt  lirt,  gab  endlich
selbst  dem  allgemeinen  Volkscharakter  jene  schrecklichen  Züge
don  Feigheit  und  Treulosigkeit,  deren  die  damalige  Geschichte
  so  voll  ist,  und  in  welchen  fürwahr  niemand  die
Worältern  unsers  eben  so  biedern  als  veredelten  Zeitalters
entdecken  koͤnnte.

Zwar  ein  gutes  Land  füllt  sich  bald  wieder  mit  Menschen.
  Die  Anzahl  der  Einwohner  vermehrt  sich  schnell
wieder  unter  einer  milden  Regierung.  Aber  wenn  durch
einen  mehr  als  zwanzigjährigen  Jammer  der  alte  Stamm
völlig  aufgerieben  ist,  wenn  die  Nachwelt  kaum  physisch
nachwächst,  und  jene  schone  Fortvererbung  von  Grundsätzen,
Kenmtuissen  und  Meinungen,  die  oft  auch  in  einem  kleinen
Lande  den  schdnsten  Nationalfond  ausmacht,  gewaltsam  unterbrochen
  wird,  wenn  Haudel  und  Manufacturen  aus  dem
Lande  geflohm  sind,  und  unterdeß  ein  thätigerer  reicherer
  Nachbar  in  den  Besitz  derselben  sich  setzte,  wenn
allgemeine  Verwildcrung  Charakter  des  Landvolks  ward,  und
der  Städrer,  der  von  der  glücklichsten  Wohlhabenheit  zu  der
dürftigsten  Armsth  herabsank,  mit  dem  Reichthum  auch  das
muthvolle  seiner  Gesinnungen  und  mit  diesem  muthvollen  die
edelsten  Züge  seines  Charakters  verlor,  welche  Aussi  chten  in
die  Zukunft  erdffreten  si  ch,  und  wie  eilig  schien  man  einem
Jammer  steuren  zu  müssen,  der  so  krebsartig  umfraß,  und