88

vielleicht  schon  jeden  Keim  eines  künftig  besseren  Zustandes
vergistet  oder  vbllig  erködtet  hatte,  noch  ehe  man  nach  eilfertig
  geschlossenem  Frieden  durch  die  wirksamsten  Anstalten
steuren  konnte.

Der  eilfertigste  Friede  mit  dem  Kaiser  sey  also  dem
patriotischen  Canzler,  der  ihn  vorzüglich  negociirte,  herzlich
gedankt,  wenn  es  nur  ein  redlicher,  unschädlicher  Friede  war.
Es  war  höchst  erwünscht  in  diesem  Frieden  9),  daß  der
Kaiser  den  Lüneburgischen  Prinzen  eine  voͤllige  Neutralität
gestattete.  Daß  diese  Prinzen  ungeachtet  der  wiederholten
Annahme  des  Pragischen  Friedens  doch  nicht  verpflichtet
seyn  sollten,  gegen  Schweden  und  seine  Allürte  feindlich
zu  haudeln,  oder  die  Schweden  auch  nur  aus  den  Festungen
  anszutreiben,  die  sie  an  der  Weser  und  an  der  Elbe
noch  besetzt  hielten.  Es  war  bbchst  erwünscht,  daß  sämmtliche
  Lüncburgische  Prinzen  von  dem  Beitrage  zu  den  Neichssteuren
  freigesprochen  wurden,  die  jüngst  erst,  noch  auf  dem
partheiischen  Reichstage  zu  Regensburg  zu  Austreibung  der
Schweden  verwilligt  worden  waren,  und  daß  sie  jede  Summen
  dieser  Art  zu  Erhaltung  der  Truppen  verwenden  durften,
womit  sie  ihre  eigene  Festungen  zu  besetzen  hatten.  Es  war
bôchst  erwünscht,  daß  alle  jene  Executionsmandate,  die  bald
zum  Vortheil  der  Tillpyschen  Erben  bald  andeter  ungewisser
Prätensionen  halber  ergangen  waren,  völlig  aufgehoben
und  zernichtet  wurden,  und  daß  man  auch  der  Revision

*)  vergl.  das  Goslarsche  Friedensproject  bei  Anig  MReichsarchiv
Pert  spec.  Kaiser  S.  138,  mit  dem  Braurschw.  Friedensin
strumente  r#.  April  1642  bei  Lünig  1.  c.  P.  ep.  Vraunschweig
S.  126.  Es  ist  damals  auch  pcto  eventralis  conjunctionis
noch  ein  besonderer  Receß  geschlossen  worden;  s.  d.  Instruction
für  die  Deputirten  Calenbergs  v.  31.  Mart  1642.