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auch  dem  erschoͤpften  Lande  fiel,  eine  Zeitlang  noch  fortzusetzen,
  oder  den  einschneidenden  Klagen,  die  das  ewige  Trauerlied
  aller  Landtage  waren,  landesväterlich  nachzugeben  und
in  eine  Unbedeutsamkeit  sich  zu  fügen,  die  durch  jedes  Entgegenstreben
  nur  schmerzhafter  werde.  Der  Krieg  nährte  sich
doch  auch  zum  Theil  selbst,  der  Durchzug  der  Armeen,  der
das  Land  mitnahm,  brachte  neue  Summen  in  Umlauf,
das  bitterste  Gefühl  des  Mangels  und  Elendes,  das  die
ersten  Jahrzehnden  des  Krieges  so  schmerzhaft  gemacht  hatte,
war  durch  Gewohnheit  und  allgemeine  Verwilderung  minder
bitter  geworden,  und  kaum  schien  es  der  Aufopferung  großer
WVortheile  werth  zu  seyn,  einer  Generation,  die  den  Frieden
nur  als  unbekanntes  Gut  wünschte,  einige  Jahre  früher  den
Genuß  einer  zweideutigen  Ruhe  zu  verschaffen.

Wohl  versprach  man  sich  etwa  Wunder,  was  doch  noch
stattliche  Doctoren  der  Rechte,  die  man  nach  Osnabrück  und
Münster  schicken  wollte,  durch  Schreiben  und  Ereipiren,
durch  Bitten  und  Negociationskünsie  ausrichten  würben.
Aber  in  Osnabrück  und  Münster  war  die  letzte  große  Doctorsscene.
  Der  feinere  Franzsische  Staatsmann  rang  dort
schon  in  merklicher  Ueberlegenheit  mit  dem  kenntnißfesten
Doctor  der  Rechte.  Auch  die  Deutsche  Welt  fieng  an  sich
um  andere  Polc  zu  drehen,  so  spät  man  auch  an  manchem
der  kleineren  fürstlichen  Hoͤfe  entdeckte,  daß  sich  das  Deutsche
Weltsystem  geändert  habe.  Und  doch,  was  irgend  noch  für
einen  entwaffneten  Competenten  zu  hoffen  war,  was  der
schwächere  in  dem  grossen  Gewühle  der  mächtigeren  irgend
noch  erkämpfen  konnte,  gewiß  das  gewann  auch  D.  Lampadius
  ?).  "

*  )  s.  von  diesem  vortresslichen  Manne  die  bei  Gelenius  beichenpredigt
  befindlichen  Personalien,  woraus  auch  genommen  ist,