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noch  eine  kennbare  Reliquie  der  alten  Einwohner  dieses
Landes.

Im  ganzen  weit  und  breit  verheerten  und  veroͤdeten
Lande  stund  noch  als  einziges  Denkmahl,  in  welch  uͤppiger
Wohlhabenheit  diese  Welfische  Provinz  ehedem  gebluͤht  hatte,
als  einziger  noch  geretteter  Zeuge,  der  den  erlittenen  Verlust
  doppelt  fühlen  machen  mußte,  —  die  zweite  große  Stadt
des  Färstenthums,  Haunoverz;  seit  Hildesheim  verloren
gieng,  die  Residenz  des  Fürsten.  Nie  war  der  Feind  ihrer
mächtig  geworden,  nie  hatte  der  Halberstädter  Christian  in
ihren  Mauren  geschwelgt,  nie  hatte  sie  den  unberufenen
Schutz  des  Königs  von  Dänmark  erfahren.  Tillys  Drohungen
  waren  abgekauft,  Wallenstein  besänftigt,  nie  Schwedische
  Garnison  eingelassen  worden.

Während  daß  Pest  und  Hunger  und  Verheerung  im
übrigen  Lande  wütrheten,  während  daß  Hameln  vou  Ueberschwemmungen
  litt,  die  Dänische  Einquartierung  und  die
Tillysche  Eroberung  nebst  der  folgenden  Besitznehmung  des
Bischofs  von  Hildesheim  nie  verschmerzen  konnte,  während
daß  Northeim  fast  zum  Steinhaufen  gemacht  war,  in.
dessen  Kellerruinen  hie  und  da  Menschen  noch  wohnten,
während  daß  von  Göttingen  gerade  nur  noch  eine  solche
Hälfte  übrig  blieb  *),  die  der  Nachwelt  das  volle  Zeugniß
bringen  mochte,  was  ehedem  diese  reiche  frreiheitsliebende
Genossin  des  Hanseatischen  Bundes  gewesen,  so  verbreitete

»*)  Vom  Zustande  der  Stadt  Göttingen,  wie  er  schon  1639  war,
s.  oben  S.  30.  Es  erhellt  aber  aus  einem  auf  Befehl  des  Stadtmagistrats
  1664  gemachten  Verzeichnisse,  daß  noch  damals  290
Häuser  völlig  niedergerissen  lagen,  und  von  den  übrigen,  noch
loo  so  schlecht  beschaffen  oder  einzig  von  Soldaten  bewohnt,
daß  eben  so  wenig  Steuern  davon  abgeführt  werden  konnten,
als  von  den  niedergerissenen.